Suchen und Finden | Steinzeit & Co

Suchen und Finden

Am Anfang jeder Suche steht die Frage nach dem Wo? Abhängig von der Suchmethode und dem Ziel der Suche ergeben sich die verschiedensten  Antworten.

Rechtliche Reglungen

Ausgrabungen und die Suche mit Detektoren sind nach Artikel 2 und 3 des Gesetzes zu dem Europäischen Übereinkommen vom 16. Januar 1992 zum Schutz des archäologischen Erbes und in den Denkmalschutzgesetzen der Länder geregelt. Nur die Denkmalbehörden selbst oder beauftragte archäologische Fachfirmen sind berechtigt, Grabungen durchzuführen. Ohne entsprechende Erlaubnis liegt ein mit hohen Strafen belegtes Vergehen vor.

Die Suche mit Detektoren wird von den Denkmalbehörden durch Vorschriften geregelt, i.d.R. wird ein Befähigungsnachweis verbunden mit einer Schulung gefordert. Die Suchgebiete müssen bei der Denkmalbehörde und der Kommune beantragt werden. Liste deutscher Denkmalfachbehörden. Die Suche nach Lesefunden hingegen bedarf i.d.R. keiner Erlaubnis durch die Behörden; jedoch ist für die Betretung privater Grundstücke eine Genehmigung des Grundstückseigentümers einzuholen. Allerdings können die Denkmalbehörden archäologische Schutzzonen schaffen, in denen jegliche Form der Suche verboten ist, auch die Suche nach archäologischen Lesefunden. Eine solche Schutzzone ist beispielsweise das Gebiet um die Blätterhöhle bei Hagen.

Fundstellen

Grundsätzlich ist nahezu überall mit archäologischen Funden zu rechnen. Nur wenige Gebiete dürften nicht in vergangenen Zeiten durch Menschen aufgesucht oder besiedelt worden sein. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Suche sind verschiedene Faktoren, der wichtigste ist die Auffindbarkeit.

Archäologische Funde können dicht unter der Oberfläche liegen, genauso gut können sie durch Bodenverlagerungen stark überdeckt sein und sich mehrere Meter unter der heutigen Oberfläche befinden. Veränderungen der Geländemorphologie durch Erosion, Kolluvien und moderne Eingriffe des Menschen können sich negativ auswirken.

Die Erfolgsaussichten sind dort besonders gut, wo mehrere Gunstfaktoren zusammenfallen. So sind markante Geländesporne in Gewässernähe durch alle Zeiten hinweg Anziehungspunkte für den Menschen gewesen. An den exponierten Stellen ist die Bodenbildung meist so gering, dass sogar mittelpaläolithische Funde nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche liegen und durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung zutage treten.

Steinzeitliche Funde sind oft in Gewässernähe anzutreffen. Steinzeitliche Jäger suchten oft markante Geländepunkte auf, vermutlich als Jagdansitze. Mittelpaläolithische Lagerplätze sind in geschützter Lage zu erwarten, im Jungpaläolithikum ist die „Sessellage“ typisch. Spätpaläolithische und mesolithische Lagerplätze sind insbesondere auf sandigen Erhöhungen in unmittelbarer Ufernähe mittelgroßer Bäche anzutreffen.

Insbesondere im älteren Neolithikum war die Bodenqualität ein ausschlaggebender Siedlungsfaktor, bevorzugt wurden Lössflächen. Ab dem Jungneolithikum wurden auch schlechtere Böden besiedelt. Metallzeitliche und römische Siedlungsbereiche folgen eher einem räumlichen Verteilungsmuster, gebietsweise sind sie sehr häufig anzutreffen.

Recherche

Bei der Suche nach potentiellen Fundstellen empfiehlt sich eine vorherige Recherche. Alte Ortsakten und heimatkundliche Schriften enthalten oft Hinweise auf Fundstellen. Steinbeile und Faustkeile wurden wegen ihrer markanten Form und Größe leicht erkannt und aufgesammelt. Selten sind Beifunde erwähnt, eine gezielte Nachsuche ist dort vielversprechend. Wer nicht nach neuen Fundstellen suchen will, findet in der archäologischen Fachliteratur meist zahlreiche Angaben zu Fundstellen.

Auch ein Kartenstudium in Hinblick auf besondere Geländesitationen ist empfehlenswert. Mit „Google Earth“ können gelegentlich alte Gewässerarme erkannt werden. Weitere wertvolle Informationen finden sich in digitalen  WMS-Karten. Die Auswertung historischer Karten liefert Hinweise auf alte Straßenverläufe, auch alte Flurnamen deuten oft auf archäologische Fundstellen hin.