Steinzeit für Kinder erklärt

Entwicklung des Menschen, nach José-Manuel Benitos

Ent­wick­lung des Men­schen, nach José-Manuel Benitos

Vor lan­ger, lan­ger Zeit leb­ten Tiere, aus de­nen sich die al­ler­ers­ten Men­schen und Af­fen ent­wi­ckel­ten. Wis­sen­schaft­ler nen­nen sie Pri­ma­ten. Men­schen und Af­fen sind zwar mit­ein­an­der ver­wandt, denn sie ha­ben die glei­chen Vor­fah­ren, aber der Mensch stammt nicht vom Af­fen ab!

Diese ers­ten Men­schen leb­ten in Afrika und hat­ten über­all Fell. Sie konn­ten noch nicht so gut auf zwei Bei­nen lau­fen und wa­ren noch nicht be­son­ders schlau. Diese Men­schen nennt man Früh­men­schen. Es dau­erte sehr lange, bis die Men­schen schlauer als nor­male Tiere wurden.

Australopithecus afarensis

Aus­tra­lo­pi­the­cus afarensis

Vor 2,5 Mil­lio­nen Jah­ren fin­gen die Men­schen an, Werk­zeuge und Waf­fen aus Stein zu be­nut­zen. Das ist der An­fang der Stein­zeit. Stein­zeit nennt man die Zeit, in der Steine be­nutzt wur­den, weil es noch kein Me­tall gab.

Es dau­erte wie­der sehr lange, bis die Men­schen noch schlauer wur­den und ein biss­chen mehr wie wir aus­sa­hen. Vor lan­ger Zeit hat ein Teil der Men­schen Afrika ver­las­sen und ir­gend­wann Eu­ropa er­reicht. Die äl­tes­ten Men­schen­kno­chen, die man in Eu­ropa ge­fun­den hat, sind un­ge­fähr 800.000 Jahre alt.

Schon da­mals bau­ten sich die Men­schen ein­fa­che Schutz­dä­cher oder Zelte. Manch­mal such­ten sie auch in Höh­len Schutz vor dem Wet­ter. Die Men­schen wohn­ten aber im­mer nur kurz in Höh­len, die meiste Zeit zo­gen sie durch die Ge­gend, den gro­ßen Tier­her­den nach. Des­halb ist es falsch, von Höh­len­men­schen zu sprechen!

Homo erectus

Homo erec­tus, nach Wikimedia/Philip72

Aus den Men­schen, die da­mals in Eu­ropa leb­ten, ent­wi­ckelte sich der Ne­an­der­ta­ler. Das war vor un­ge­fähr 300.000 Jah­ren. Die Ne­an­der­ta­ler sa­hen uns schon ziem­lich ähn­lich. Ein biss­chen klei­ner und mit viel mehr Mus­keln. Würde ein Ne­an­der­ta­ler heute le­ben und nor­male Klei­dung tra­gen, würde er gar nicht auf­fal­len. Aber die Ne­an­der­ta­ler gibt es nicht mehr, sie sind aus­ge­stor­ben. Die letz­ten Ne­an­der­ta­ler leb­ten vor un­ge­fähr 39.000 Jah­ren. Wa­rum sie aus­ge­stor­ben sind, weiß man nicht genau.

Neandertaler

Ne­an­der­ta­ler, nach Wikmedia/Ökologix

Heute lebt auf der gan­zen Welt nur noch eine Sorte Men­schen. Die wer­den Homo sa­pi­ens ge­nannt. Man kann auch „der Mo­derne Mensch“ sa­gen. Der Mo­derne Mensch hat sich auch in Afrika ent­wi­ckelt. Da­mals war ja nur ein Teil nach Eu­ropa ge­kom­men. Aus den an­de­ren wurde lang­sam der Mo­derne Mensch, vor un­ge­fähr 200.000 Jah­ren.  Von den Mo­der­nen Men­schen ist wie­der ein Teil nach Eu­ropa ge­wan­dert. Vor etwa 100.000 Jah­ren ha­ben sie Afrika ver­las­sen. Bei uns in Deutsch­land sind sie vor un­ge­fähr 42.000 Jah­ren angekommen.

Wer gut auf­ge­passt hat, merkt, dass Ne­an­der­ta­ler noch leb­ten, als der Mo­derne Mensch kam. Eine Zeit­lang gab es in Eu­ropa zwei Sor­ten Men­schen. Manch­mal ha­ben Ne­an­der­ta­ler und Mo­der­ner Mensch zu­sam­men ge­lebt und Kin­der be­kom­men. Weil das da­mals so war, ha­ben auch wir noch ein ganz klei­nes Stück­chen vom Ne­an­der­ta­ler in uns.

Die ganze Zeit war die Stein­zeit un­ge­fähr gleich ge­blie­ben. Die Men­schen gin­gen auf die Jagd und er­nähr­ten sich fast nur von Fleisch. Spä­ter ka­men dann Fi­sche dazu. Auch Bee­ren, Nüsse und an­dere Pflan­zen wur­den ge­ges­sen. Die Men­schen leb­ten nicht an ei­nem fes­ten Platz, sie bau­ten Hüt­ten und Zelte dort, wo ge­nug Nah­rung war. Nach ei­ni­ger Zeit zo­gen sie dann weiter.

Dann hat­ten die Men­schen eine Idee. Sie ha­ben die Tiere nicht mehr nur ge­jagt, son­dern ge­zähmt und als Haus­tier ge­hal­ten. Rin­der und Zie­gen wur­den so do­mes­ti­ziert, wie man dazu sagt. Gleich­zei­tig ha­ben die Men­schen an­ge­fan­gen, Ge­treide und an­dere Pflan­zen an­zu­bauen. Das wa­ren die ers­ten Bau­ern. Sie muss­ten nicht mehr so oft auf die Jagd ge­hen, weil sie im­mer et­was zu es­sen hat­ten. Das ist auch die Zeit, in der die ers­ten rich­ti­gen Holz­häu­ser ge­baut wurden.

Diese Idee hat sich bei den gan­zen Men­schen, die da­mals leb­ten ver­brei­tet. Fast alle Men­schen wur­den Bau­ern. Die ers­ten Bau­ern in Deutsch­land leb­ten vor etwa 7.500 Jah­ren. Auch da­mals gab es noch kein Me­tall, al­les war noch Steinzeit.

Erst, als die Men­schen Me­tall ent­deckt und für Werk­zeuge und Waf­fen be­nutzt ha­ben, war die Stein­zeit zu Ende. Bei uns in Deutsch­land un­ge­fähr vor 4.400 Jah­ren. In an­de­ren Tei­len der Welt ging die Stein­zeit noch wei­ter, weil man Me­tall noch nicht über­all kannte. Bei den In­dia­nern in Ame­rika hörte die Stein­zeit erst auf, nach­dem Ko­lum­bus Ame­rika ent­deckt hatte. In Aus­tra­lien und Süd­ame­rika hatte die Stein­zeit noch län­ger gedauert.

Aboriginies

Ab­ori­gi­nies, nach Steve Evans from Ci­ti­zen of the World

Jetzt gibt es die Stein­zeit nicht mehr, weil alle Men­schen Me­tall und auch Plas­tik ken­nen und benutzen.

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