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Gliederung der Steinzeit

Die Steinzeit beginnt mit dem Auftreten von Steinwerkzeugen vor etwa 2,5 Millionen Jahren. Obwohl Steinwerkzeuge bis weit in die Metallzeiten genutzt wurden, endet die Steinzeit definitionsgemäß mit dem Beginn der Bronzezeit. Die Entwicklung der Menschheit beginnt schon lange vor der Steinzeit; vor etwa 4,4 Millionen Jahren treten erste Frühmenschen auf.

Die Steinzeit wird in drei Abschnitte unterteilt; die älteste Epoche ist die Altsteinzeit, das Paläolithikum. Das Paläolithikum wird weiter gegliedert. Das → Altpaläolithikum ist die Zeit der Frühmenschen. Das → Mittelpaläolithikum ist die Zeit des Neandertalers, Homo neanderthalensis. Mit dem Auftreten des Modernen Menschen, Homo sapiens, in Europa beginnt das → Jungpaläolithikum. Das → Spätpaläolithikum ist der letzte Abschnitt der Altsteinzeit.

Wichtig: „Höhlenmenschen“ hat es niemals gegeben! Im Laufe der gesamten Menschheit hat keine einzige Menschenform dauerhaft in Höhlen gelebt. Höhlen und schützende Felsdächer wurden zwar gerne aufgesucht, die Aufenthalte waren aber nur vorübergehend und zeitlich von kurzer Dauer. Die wirkliche Bedeutung der Höhlen war vermutlich eher spirituell, wie Bestattungen in Höhlen und Höhlenmalereien andeuten.

Lebensweise

Die Jagd war im Paläolithikum die wichtigste Nahrungsgrundlage. Der Neandertaler ernährte sich teilweise zu über 90% von Fleisch. Bislang existiert kein einziger Beleg für Fallgruben. Oft werden erlegte Tiere im Uferbereich von Gewässern nachgewiesen, möglicherweise wurden sie in das sumpfige Gelände getrieben, damit man sie leichter erbeuten konnte. Weite Zeitabschnitte des Paläolithikums wurden durch die Eiszeiten geprägt. Die Jagdbeute änderte sich mit dem Klima, größtenteils wurden Herdentiere gejagd.

Die Mittelsteinzeit wird auch → Mesolithikum genannt. In dieser Zeit wurde es wieder wärmer, die Wiederbewaldung setzte ein. Die Jagdbeute war sogenanntes Standwild, also Tiere, die keine jahreszeitlichen Wanderungen unternahmen. Die mittelsteinzeitlichen Jäger mussten nicht ständig dem Wild folgen, sie konnten länger in einem Gebiet verweilen. Neben der Jagd war der Fischfang eine wichtige Nahrungsquelle. Aus dieser Zeit sind einfache Boote überliefert, der Einbaum. Das Sammeln von pflanzlicher Nahrung wurde ebenfalls intensiv betrieben, besonders beliebt waren Haselnüsse, die durch Erhitzen haltbar gemacht wurden.

Die Jungsteinzeit, das → Neolithikum, ist der letzte Abschnitt der Steinzeit. Mit der Jungsteinzeit begann die Landwirtschaft und Sesshaftigkeit. Anfangs war neben Ackerbau und Viehzucht die Jagd und das Sammeln noch fester Bestandteil der Ernährung. Mit der Zeit nahm die Bedeutung des Sammelns weiter ab. Die Jagd nahm weiterhin eine Sonderstellung ein.

Steinwerkzeuge

Schon im ältesten Abschnitt der Steinzeit, im → Altpaläolithikum, tritt der → Protofaustkeil auf. Davor wurden scharfkantige Abschläge als Werkzeuge genutzt. Wegen Datierungsproblemen ist unklar, ob die Schöninger Speere schon in diese Zeit datieren.

Im → Mittelpaläolithikum, der Zeit der Neandertaler, traten neue Steinwerkzeuge auf. Schaber dienten zum Schneiden und Schaben. Häufig wurden sie zur Holzbearbeitung eingesetzt. Daneben gab es kleine und große Faustkeile, Keilmesser, Spitzen und auch Klingen. Häufig wurde zur Werkzeugherstellung die Levallois Methode verwendet. Spätestens in diesem Abschnitt der Steinzeit waren Lanzen und → Speere bekannt. Steinwerkzeuge wurden mit Birkenpech an oder in Hölzer eingeklebt, sogenannte Kompositgeräte.

Im → Jungpaläolithikum wurden fast alle Steinwerkzeuge aus Klingen hergestellt. Statt Schabern, bei denen die Längskante die Arbeitskante war, treten nun Kratzer auf. Daneben treten Stichel und feine Bohrer auf. Häufig wurden Speer- und Harpunenspitzen aus Geweih und Knochen gefertigt. Neben der Speerschleuder waren Pfeil und Bogen bekannt. Für das Spätpaläolithikum ist  der Hund als Gefährte des Menschen nachgewiesen.

Im → Mesolithikum, der Mittelsteinzeit, waren Pfeil und Bogen die Hauptjagdwaffe. Kleine Steinwerkzeuge wurden seitlich an Harpunen und Pfeile geklebt und als Projektilspitzen verwendet. Diese Mikrolithen sind Leitformen des Mesolithikums.

Mit dem → Neolithikum beginnt die Jungsteinzeit. Die Menschen waren sesshaft und bauten Häuser. Es ist der Beginn der Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht. Die Keramik ist fester Bestandteil der neolithischen Lebensweise. Die Jagd spielte nur noch eine untergeordnete Rolle in der Ernährung. Mit dem Beginn der Bronzezeit endet die Steinzeit.

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