Wommersomquarzit

Gliederung

Beschreibung / Herkunft | Fotos Rohstücke | Verwendung Neolithikum | Bergbau / Vorkommen | Verwendung Paläolithikum / Mesolithikum | Fotos typischer Artefakte

Beschreibung/Herkunft

Die einzig bekannte Lagerstätte von Wommersomquarzit befindet sich in der Nähe der belgischen Stadt Tienen, Brabant. Karte. Dort finden sich sekundär verlagerte Quarzitblöcke in verschiedensten Größen. Der Wommersomquarzit ist ein Tertiärquarzit, wurde also im Tertiärzeitalter gebildet. Es handelt sich um feine Sandpartikel mit einer Korngröße von etwa 150 Mikrometern, die durch Kieselsäure verfestigt sind. Durch seine feine Struktur ist er gut spaltbar und eignet sich auch zur Herstellung von Kleinwerkzeugen. Die Spaltflächen sind feiner als die von Valkenburg Feuerstein, jedoch etwas rauher als die anderer Feuersteine. Kleine Quarzkristalle führen zu einem mehr oder weniger intensiven Zuckerglanz. Das Farbspektrum des Wommersomquarzits bewegt sich von Hellgrau bis Grau, kann aber auch in bräunliche Töne übergehen. Gelegentlich zeigen sich beigefarbene Schlieren.

Fotos Rohstücke

Rohstück mit natürlichen Spaltflächen

Rohstück mit natürlichen Spaltflächen

Natürliche Spaltfläche

Natürliche Spaltfläche

 

Farbvarianten

Farbvarianten

steinzeit

Zuckerglanz

Verwendung im Neolithikum

Wommersomquarzit war im Neolithikum kein typischer Rohstoff zur Steingeräteherstellung. Allerdings finden sich im Bereich des Minenkomplexes von Petit-Spiennes Polissoire aus Wommersomquarzit, auf denen die dort produzierten Beilklingen geschliffen wurden, PDF. In mesolithischer Tradition stehende linearbandkeramische Fundstellen liefern vereinzelt Artefakte aus Wommersomquarzit.1

Bergbau/Vorkommen

Das Material wurde anscheinend nur oberflächig abgesammelt, Pingen sind nicht bekannt.

Verwendung im Paläolithikum/Mesolithikum

Wommersomquarzit wurde besonders gerne im Spätmesolithikum genutzt. Das Verbreitungsgebiet beträgt etwa 40.000 Qudratkilometer.2

Fotos typischer Artefakte

Messbild

Kern, Spätmesolithikum

Klingenkratzer

Klingenkratzer, leicht patiniert

Trapez

Trapez, Spätmesolithikum

 

  1. Vanmontfort, Bridging the gap. The Mesolithic-Neolithic transition in a frontier zone, Documenta Praehistorica 34, 2007, PDF, S. 107
  2. Raemaekers, The cultural context, Investigating a Mesolithic raw material distribution network, 1999, PDF, S. 139