Valkenburg Feuerstein

neolithikum

Mauer aus Feuersteinknollen

Gliederung

Beschreibung/Herkunft | Fotos Rohstücke | Verwendung im Neolithikum | Bergbau/Vorkommen | Paläolithikum/Mesolithikum | Fotos typischer Artefakte

Beschreibung/Herkunft

Das Vorkommen liegt am Nordrand des Plateau van Margraten, es handelt sich um dasselbe Plateau, in dem auch der Rijckholt Feuerstein ansteht.1 → Karte. → Geologie. → Geologische Schichtung.

„Der im allgemeinen sehr körnige, opake Valkenburgflint kann, vor allem wenn er aus oberflächennahen Verwitterungshorizonten stammt, leicht mit Quarzit verwechselt werden. (…) Er ist weißlichgrau bis bräunlichgrau und weist rauhe, nicht glänzende Bruchflächen auf. Die Rinde ist gelblich-weiß, dünn, hart und körnig. Zwischen Rinde und dem Inneren befindet sich oft eine leicht durchsichtige, im Vergleich zum Hauptflintanteil etwas glasigere und dunkel gelblich-graue Übergangszone. Außer rundlichen bis ovalen Einschlüssen von Stecknadelkopfgröße bis zu 1,5 cm Länge, deren zentraler Bereich oft dunkelgraubraun ausgefüllt ist und die immer etwas rauher sind, wurden keine anderen Einschlüsse festgestellt. Das Rohmaterial kommt in drei unterschiedlichen Erscheinungsformen vor, nämlich einmal als unregelmäßig geformte, bis zu unterschenkeldicke, röhrenförmige Gebilde mit astförmigen Ansätzen, zum anderen als bis zu quadratmetergroße und bis maximal 15 cm dicke Platten bzw. kleinere Fladen mit annähernd parallelen Flächen und als manchmal mehrere Tonnen wiegende, unregelmäßig geformte Knollen. Oft weisen diese Platten, besonders wenn es sich um homogenes, feinkörniges Material handelt, Strukturen auf, die als Bänderung, vergleichbar jener beim Lousbergflint, anzusprechen sind.“2

PDF zu Maasablagerungen.

Fotos Rohstücke

Valkenburg, Bruchfläche

Valkenburg, Bruchfläche, vergrößert

Valkenburg, Schliff mit Cortex

Valkenburg, Schliff mit Cortex, vergrößert

Valkenburg, Rinde, bräunlich verfärbt

Valkenburg, Rinde, bräunlich verfärbt, vergrößert

Valkenburg mit Inkluse

Valkenburg mit Inklusen, vergrößert

 

Verwendung im Neolithikum

Valkenburg Feuerstein wurde hauptsächlich im Spätneolithikum verwendet,3 primär wurde er zu großen Beilklingen mit fast rundem Querschnitt verarbeitet.

Der bergmännische  Abbau beginnt etwa 3.300 BC. C-14 Datierungen von Holzkohle erbrachte zwei Ergebnisse: 3632-3138 BC und 3624-3044 BC.4

Bergbau

Die Plenkertstraat in Valkenburg schneidet 7 Feuersteinminen, von denen Teile erhalten blieben. → Schemazeichnung. → Beschreibung mit Fotos. Diese 7 Minen werden auch → hier kurz beschrieben.

neolithikum

Von Mine IV ist ein Teil der Schachtwand erhalten. Noch heute ist die sorgfältige Glättung der Schachtwand zu erkennen. Der ursprünglich im Durchmesser etwa 2,7 Meter große Schacht trägt deutliche Spuren von Hackwerkzeugen.

neolithikum

Reste von Mine 1

neolithikum

Reste von Mine 2

neolithikum

Reste von Mine 3

neolithikum

Reste von Schacht IV

Neben diesen Minen sind auch andere Gewinnungsplätze bekannt. → Grafik. → Beschreibung.

Archäologische Untersuchung → Gosewijnstraat te Valkenburg Gemeente Valkenburg aan de Geul, Bureauonderzoek

Verwendung im Paläolithikum/Mesolithikum

Aus dem Mesolithikum liegen zwar von allen größeren Fundstellen im ehemaligen Kreis Erkelenz Werkzeuge und Abschläge vor, dennoch ist die Verwendung selten.5 Da es sich nur bei wenigen Stücken um typisch mesolithische Formen handelt, ist die zeitliche Zuordnung auch nicht immer gesichert.

Fotos typischer Artefakte

neolithikum

Beilklingenfragment, sekundär als Klopfstein verwendet, bräunlich verfärbt

Beilnacken, Valkenburg

Beilnacken, Valkenburg

neolithikum

Valkenburg, Beilklinge

neolithikum

Valkenburg, asymmetrische Beilklinge

  1. nl. wikipedia Plateau van Margraten
  2. Jür­gen Wei­ner, Die Maas­schot­ter der Nie­der­rhei­ni­schen Bucht als Feu­er­stein­lie­fe­rant für die Band­ke­ra­mi­schen Sied­lungs­plätze Lang­wei­ler 8 und Lang­wei­ler 9, in: Stu­dien zur neo­li­thi­schen Besied­lung der Alden­ho­fe­ner Platte und ihrer Umge­bung, Rhei­ni­sche Aus­gra­bun­gen, Band 43, Köln, 1997, S. 609f
  3. Arora, Meso­li­thi­sche Fund­plätze und Funde im ehe­ma­li­gen Kreis Erkelenz, in: Mar­tin Heinen/Surendra-Kumar Arora, Archäo­lo­gie im Kreis Heins­berg II, Gei­len­kir­chen, 1995, S. 270
  4. Henk Engelen De prehistorische vuursteenmijnen van Valkenburg aan de Geul (Limburg)
  5.  Arora, Meso­li­thi­sche Fund­plätze und Funde im ehe­ma­li­gen Kreis Erkelenz, in: Mar­tin Heinen/Surendra-Kumar Arora, Archäo­lo­gie im Kreis Heins­berg II, Gei­len­kir­chen, 1995, S. 270