Die Minen von Rijckholt

Karte der erforschten Minen, Quelle: http://www.vuursteenmijnen.nl/rijckholt/kaart-mijnen-rijckholt.pdf

Karte der erforschten Minen als PDF

Der Feuerstein aus Rijckholt wurde schon im Mittelpaläolithikum genutzt. Er steht sowohl primär im Kalk an, als auch sekundär, durch Erosion freigelegt, im Tal der Maas. Er findet sich auch in Aufschlüssen der älteren Hauptterrasse im Bereich der Urmaas. Bis zum Beginn des Neolithikums wurde er nur oberflächlich aufgeklaubt.

Im älteren Neolithikum wurde der Rijckholt Feuerstein im Pingenbau gewonnen, die Gruben erreichten bis zu 2 Meter Tiefe. Die bergmännische Gewinnung unter Tage setzte im Jungneolithikum ein, C-14 Datierungen reichen von 3950 bis 2650 Jahre BC.

Abbaumethoden Rijckholt Feuerstein

Abbaumethoden Rijckholt Feuerstein

Die Schächte haben etwa 1 m Durch­mes­ser und rei­chen senk­recht bis zu 16 Meter in den Kalk­stein. Dabei wur­den meh­rere nicht abbau­wür­dige Feu­er­stein­bän­der durch­t­euft, bis die qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Schich­ten erreicht wur­den. Die Tiefe der Schächte hängt mit dem Relief der Landschaft zusammen. Die Feuersteinlagen verlaufen in etwa waagerecht, der Hang jedoch steigt kontinuierlich an.

Blick in Schacht 68

Blick in Schacht 68

Blick nach oben

Blick nach oben

War die Abbauschicht erreicht, wurden vom Schacht sternförmig abgehende Stollen in den Kalk getrieben. Diese Stollen waren maximal 60 cm hoch und einige Meter lang. Die Länge der Stollen steigt mit der Schachttiefe. Das hat statische Gründe, je stärker das Hangende, desto größer die Stabilität.

Sternförmig angelegte Stollen

Sternförmig angelegte Stollen

Zwischen den Stollen blieben massive Pfeiler oder Wände aus statischen Gründen stehen.

Stützwand

Stützwand

Der Abraum aus den ersten Stollen musste mit Seilen an die Oberfläche verbracht werden. Der Abraum der folgenden Stollen wurde aus Gründen der Arbeitserleichterung und zum Absichern der Hohlräume in den ausgebeuteten Strecken gestapelt.

Reste einer Verfüllung

Reste einer Verfüllung

Die einzelnen Minen standen in Verbindung zueinander. Entweder wurde ein Verbindungsgang zwischen den Schächten getrieben oder die Stollen waren durch Fenster genannte Öffnungen miteinander verbunden. Diese Verbindungen dienten der Sicherheit, es waren Fluchtwege. Zusätzlich wurde die Belüftung der Stollen verbessert.

Sogenanntes Fenster

Sogenanntes Fenster

An vielen Stellen sind noch die Spuren der Abbaugeräte zu erkennen. Neben Hacken und Brechwerkzeugen aus Hirschgeweih wurden etwa 14.000 Feuersteinpicken in den Stollen gefunden. Die Länge der Abbauspuren und Abdrücke vergangener Hölzer im Kalkstaub belegen die Schäftung dieser Werkzeuge. Daneben finden sich stellenweise auch Spuren von Beilhieben im weichen Kalk.

Spuren von Brechwerkzeugen

Spuren von Brechwerkzeugen

Spuren von Feuersteinpicken

Spuren von Feuersteinpicken

 

Spuren von Beilhieben

Spuren von Beilhieben

Weitere Informationen:

De pre­his­to­ri­sche vuurs­teen­mi­j­nen van Rijck­holt — St. Geertruid

Die neo­li­thi­schen Feuerstein-Gruben von Rijk­holt bei Maas­tricht, Niederlande

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