Radiolarit von der Antonshöhe

Teil der Jurakalkklippe "Antonshöhe"

Teil der Jurakalkklippe „Antonshöhe“

Gliederung

Beschreibung / Herkunft | Fotos Rohstücke | Bergbau | Verwendung im Neolithikum

Beschreibung/Herkunft

Die Antonshöhe befindet sich in Wien-Mauer, 23. Bezirk, am Ostrand des Wienerwaldes, Österreich. Es handelt sich dabei um eine Jurakalkklippe, die auf einer Fläche von etwa 400 * 120 Meter zu Tage tritt. Der darin eingebettete Radiolarit steht in Bändern oder kleinen isolierten Schubschollen an. Der Radiolarit ist meist rötlich gefärbt, das Farbspektrum geht über bräunliche, grünliche und graue Töne bis hin zu leicht bläulichen Farben.

Radiolaritbänder im Jurakalk

Radiolaritbänder im Jurakalk

Fotos Rohstücke

Verschiedene Färbungen, matt und glänzend

Verschiedene Färbungen, matt und glänzend

Rötlich-bräunliche Varianten

Rötlich-bräunliche Varianten

Grünlich-graue Varianten

Grünlich-graue Varianten

Ineinander übergehende Farbvarianten

Ineinander übergehende Farbvarianten

Bergbau

Die Spuren des neolithischen Radiolaritbergbaus sind durch moderne Schottergewinnung zerstört worden. Bei Steinbrucharbeiten wurden mehrere Abbauplätze entdeckt. Sie wurden als Schächte bezeichnet, unabhängig von der tatsächlichen Abbaumethode. Lediglich Schacht 1 und 3 konnten näher untersucht werden.

Die als Schacht 1 bezeichnete Gewinnungsstelle besteht aus 5 Gruben. Die tiefste Grube erreicht 8 Meter. Die Gruben haben einen Durchmesser von 2,5 bis 1,3 Metern. Die Grubenwände wurden während des Abbaus teilweise ausgehöhlt, sodass Verbindungen zwischen den Gruben entstanden. War eine Grube ausgebeutet, wurde sie mit dem tauben Material der nächsten Grube verfüllt.

Grubenrest farblich hervorgehoben, "Schacht1"

Grubenrest farblich hervorgehoben, „Schacht1“

Schacht 3 war 8 bis 10 Meter tief, an seiner Sohle ging mindestens ein etwa 6 Meter langer und etwa 2 Meter hoher, waagerechter Stollen ab.

Farblich hervorgehoben: links Schacht, rechts Stollen

Farblich hervorgehoben: links Schacht, rechts Stollen

Der Radiolaritabbau erfolgte also sowohl im Pingenbau als auch unter Tage. Neben als Schlagsteine genutzten Geröllen fanden sich stark abgenutzte Äxte, die anscheinend ebenfalls als Gezähe dienten. Aus Hirschgeweih sind Brechstangen, Hämmer, Krätzen und Keile.

Verwendung im Neolithikum

In den Schächten wurden 6 Gräber angetroffen, sie sind anhand der Keramikbeigaben sicher datierbar. Alle Gräber gehören in die Blütezeit der mittelneolithischen Lengyel Kultur, etwa um die Mitte des 4. Jahrtausends BC, die Betriebszeit des Bergwerks wird auf 200 bis 500 Jahre geschätzt.