Maaseier

Gliederung

Beschreibung/Herkunft | Zerlegungstechnik | Verwendung im Neolithikum | Bergbau/Vorkommen | Paläolithikum/Mesolithikum | Fotos typischer Artefakte

Beschreibung/Herkunft

Maaseier bestehen aus Feuerstein und besitzen eine ellipsoide, eiförmige Form, die Rinde ist hell- bis dunkelgrau gefärbt.  Ihr Inneres ist in der Regel mittel- bis dunkelgrau, selten grau-gelb, die Bruchflächen sind glatt und meistens leicht glänzend.1 Eigentlich ist der Begriff Maasei nicht korrekt, denn sie finden sich in den Schottern von Maas und Rhein,2 also auch in der jüngeren Hauptterrasse. Deshalb ist die Bezeichnung Wallsteine sinnvoller. „Die Entstehung dieser Steine ist umstritten. Es wird vermutet, dass diese aus der Oberkreide (Schreibkreide) oder der untersten Stufe des Tertiärs, dem Danium, kommenden Feuersteine an verschiedenen Küsten eines wahrscheinlich alttertiären Meeres (Paläozän oder Eozän) über einen langen Zeitraum durch die Brandung abgerollt wurden. Die auffallend glänzende Oberfläche der Wallsteine wird von einigen Geologen darauf zurückgeführt, dass die Feuersteinrohlinge direkt aus der Schreibkreide ausgespült wurden und die vermutlich erhebliche Menge Kreide, von der sie umgeben waren, über lange Zeit dabei als Poliermittel fungierte. Die Narben auf der Oberfläche der Steine werden als Schlagmarken gedeutet, die der Wirkung der Brandung geschuldet sind.“3

Interessant in diesem Zusammenhang auch → Fossiliensammler U. Lieven/Feuersteine

Zerlegungstechnik

Mesolithisch und neolithisch

Verwendung im Neolithikum

Maaseier wurden im Neolithikum nur sporadisch genutzt. Die Versorgung mit Feuersteinrohmaterial, Rohlingen und Fertigprodukten reichte in der Regel aus, sodass der Bedarf an Rohmaterial gedeckt war. Erst als die Handels- und Tauschnetze zusammenbrachen, setzte die häufigere Nutzung nicht bergmännisch geförderter Rohmaterialien ein, so finden sich im Spätneolithikum häufiger Artefakte aus Maasschotter und Maaseifeuerstein, meist Kratzer und ausgesplitterte Stücke. Es handelt sich dabei oft um sogenannte Ad-Hoc-Werkzeuge, die ohne besondere Sorgfalt gefertigt wurden. Häufig wurden die Maaseier im Neolithikum durch einen gezielten Schlag von oben zerlegt. Bei dieser Zerlegungsart sind die Ergebnisse nicht kontrollierbar, es entstehen jedoch immer scharfkantige Formen.

Bergbau/Vorkommen

Wie schon erwähnt, finden sich Maaseier auch in den Rheinschottern. So waren sie überall am Niederrhein zu finden, wo der bedeckende Löss erodiert war, in der Regel waren dies Kiesfenster auf Kuppen und Bachbetten. Maaseier waren ein leicht erreichbarer fast überall zur Verfügung stehender Rohstoff.

Verwendung im Paläolithikum/Mesolithikum

Besonders im Mesolithikum wurden Maaseier regelhaft genutzt. Dabei ist zu beobachten, dass die Maaseier in der Regel, ähnlich einem Frühstücksei, geköpft wurden. Dieser Schlag wurde in der Regel schräg geführt. So entstand eine schräge Schlagfläche, dadurch wurde ein günstiger Abbauwinkel erreicht. Ein waagerechtes Abschlagen der Kappe hätte einen Abbauwinkel über 90° ergeben, dadurch wäre eine weitere Schlagflächenpräparation notwendig gewesen. Die Kappen wurden häufig zu kleinen Kratzern retuschiert. Die Kerne wurden zur Grundformproduktion genutzt.

Fotos typischer Artefakte

steinzeit

Maaseikern von einer neolithischen Fundstelle

steinzeit

Maaseikern von einer mesolithischen Fundstelle

  1. Jür­gen Wei­ner, Die Maas­schot­ter der Nie­der­rhei­ni­schen Bucht als Feu­er­stein­lie­fe­rant für die Band­ke­ra­mi­schen Sied­lungs­plätze Lang­wei­ler 8 und Lang­wei­ler 9, in: Stu­dien zur neo­li­thi­schen Besied­lung der Alden­ho­fe­ner Platte und ihrer Umge­bung, Rhei­ni­sche Aus­gra­bun­gen, Band 43, Köln, 1997, S. 611
  2. Arora, Aus Flint der Maas – Erste mittelsteinzeitliche Großgeräte im Rheinland?, in Ausgrabungen im Rheinland, PDF, S. 2
  3. Wikipedia/Wallstein (Geschiebe)