Chalcedon

Chalcedon, links Durchlicht, rechts Auflicht

Chalcedon, links mit Gegenlicht, rechts mit Auflicht

Beschreibung / Herkunft | Fotos Rohstücke | Bergbau / Vorkommen | Verwendung im Paläolithikum / Mesolithikum | Fotos typischer Artefakte

 

Beschreibung/Herkunft

Chalcedon, auch Kalzedon, Chalzedon, ist eine faserige, mikrokristalline Mischung aus Quarz und Moganit.1 Er ist farblos bis bläulich-grau, Verunreinigungen lassen ihn bräunlich, rötlich oder grünlich erscheinen. Chalcedon ist durchscheinend und trüb, der Name Milch- oder Mondstein beschreibt das Erscheinungsbild sehr zutreffend. Die Spaltflächen glänzen wachsartig.2 „Etwa 2 km südlich von Bad Godesberg liegen auf dem Osthang des Godesberger Bachs Freilandfundplatz und Rohmaterialvorkommen von Muffendorf. (…) Bereits im frühen 19. Jh. ist die Lokalität von Muffendorf beschrieben worden. Zwar konnte das primäre Vorkommen noch nicht freigelegt werden, doch zeigen zahllose Rohstücke, dass dieses im Untergrund vorhanden ist. Es handelt sich um Chalzedon, der im Tertiär aus verkieseltem Süßwasserkalk entstand. Dieser war in einem See oder Sumpf abgelagert worden, der sich über vulkanischen Gesteinen gebildet hatte. (…) Der Rohstoff ist im Rheinland vor allem auf Fundplätzen des Spätpaläolithikums anzutreffen, er erscheint regelmäßig auf den mittelrheinischen Federmesser-Fundplätzen.“3 Bonn-Muffendorf ist eine bekannte Lagerstätte von Chalcedon, er steht dort subprimär in Blöcken an.4 Auch andere Lagerstätten dieses Rohmaterials wurden in der Steinzeit genutzt.5

Fotos Rohstücke

Chalcedon milchig

Chalcedon milchig

Chalcedon bräunlich

Chalcedon bräunlich

Grau mit Rinde

Grau mit Rinde

Bräunlich mit Rinde

Bräunlich mit Rinde 

Bergbau/Vorkommen

Das Vorkommen selbst ist nur grob lokalisierbar. Dazu Uni Tübingen: Material scheint frisch „anzustehen“, wurde aber durch Grabungen nicht anstehend entdeckt.6

Sekundäre Lagerstätte roter Pfeil

Sekundäre Lagerstätte roter Pfeil, nach C. O. Weber 1850

 

Verwendung im Paläolithikum/Mesolithikum

Im Bereich des Vorkommens treten Funde aus dem Mittel- und Jungpaläolithikum auf. Besonders im Spätpaläolithikum und Mesolithikum war Chalcedon ein beliebter Rohstoff, der sich auch auf weit vom Vorkommen entfernten Plätzen vereinzelt finden lässt.7

Fotos Artefakte

Chalcedonkratzer

Chalcedonkratzer

Einfache Spitze

Einfache Spitze, Mikrolith

  1. Mineralienatlas/Chalcedon
  2. Wikipedia/Chalcedon
  3. Michael Baales, Bonn-Bad Godesberg, Ortsteil Muffendorf, Paläolithischer Fundplatz und Rohmaterialvorkommen, in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 310
  4. Rohmaterialkartei Uni Tübingen,  Nr TÜ 98/85, PDF
  5. J. Serangeli/T. Terberger, Sondierungen an der Magdalénien-Fundstelle von Götzenhain-Ost, Kreis Offenbach, Mitteilungen der Gesellschaft für Urgeschichte, 15/2006, S 49ff, PDF
  6. Rohmaterialkartei Uni Tübingen,  Nr TÜ 98/85, PDF
  7. Arora, Meso­li­thi­sche Fund­plätze und Funde im ehe­ma­li­gen Kreis Erkelenz, in: Mar­tin Heinen/Surendra-Kumar Arora, Archäo­lo­gie im Kreis Heins­berg II, Gei­len­kir­chen, 1995, S. 281