Pfahlbausiedlungen

Pfahlbau

Mo­dell, Quelle: W.Böschle, Der Mensch der Pfahl­bau­zeit, Stutt­gart, 1911

Pfahl­bau­sied­lun­gen be­stan­den aus meh­re­ren Häu­sern, die auf Pfäh­len ge­baut wa­ren. Diese wa­ren durch Platt­for­men mit­ein­an­der ver­bun­den. Die Sied­lun­gen wa­ren er­höht ge­baut, so­dass ein schwan­ken­der Was­ser­stand kei­nen Scha­den aus­rich­ten konnte. Nach­dem frü­her da­von aus­ge­gan­gen wurde, sie seien un­mit­tel­bar im Was­ser er­rich­tet wor­den, geht die neuere For­schung da­von aus, dass es sich um sump­fige See­ufer­be­rei­che han­delte, die ge­le­gent­lich über­schwemmt wurden.

Feucht­bo­den­sied­lun­gen hin­ge­gen wur­den im moo­ri­gen See­ufer­be­reich er­rich­tet und stan­den nicht er­höht auf Pfäh­len. Sie fin­den sich an klei­nen Seen, vor­zugs­weise in Ver­lan­dungs­zo­nen mit Nie­der­moor­cha­rak­ter. Diese Seen wa­ren nicht über­schwem­mungs­ge­fähr­det, des­halb konnte di­rekt auf dem moo­ri­gen Bo­den ge­baut werden.

Zeit­lich ge­se­hen be­gin­nen sie in der Zeit, als am Nie­der­rhein die Mi­chels­ber­ger Kul­tur vor­herrschte. Sie ha­ben aber kei­nen Be­zug dazu, we­der räum­lich, noch kul­tu­rell. Ver­tre­ter sind u. a. die → Egolz­wi­ler Kul­tur, →  Aich­büh­ler– und → Schus­sen­rie­der Gruppe im süd­deut­schen Raum. Bis in die End­bron­ze­zeit wurde (auch) so gesiedelt.

Die häu­fig er­hal­te­nen or­ga­ni­schen Ar­te­fakte er­lau­ben zu­min­dest in­di­rekt Rück­schlüsse auf die ma­te­ri­elle Kul­tur des Neo­li­thi­kums. Na­tür­lich dür­fen die Funde nicht 1:1 auf an­dere Kul­tu­ren über­tra­gen wer­den. Aber er­hal­tene Schäf­tungs­lö­sun­gen zei­gen eine Viel­zahl der mög­li­chen Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten der Stein­ge­räte auf. Das kann zum An­lass ge­nom­men wer­den, an­hand von Ge­brauchs­spu­ren­ana­ly­sen Ver­glei­che zu zie­hen. So­mit kön­nen die Funde von Kom­po­sitge­rä­ten das Bild des hie­si­gen Neo­li­thi­kums erhellen.

Hier ein Link zu ei­ner sol­chen → Fund­stelle.