Neolithikum

Getreidemühle - Unterlieger und Läufer

Ge­trei­de­mühle — Un­ter­lie­ger und Läufer

 

Das Neo­li­thi­kum in Deutsch­land be­ginnt mit der Band­ke­ra­mi­schen Kul­tur au­ßer­or­dent­lich ein­heit­lich. Ge­gen Ende der Band­ke­ra­mik bricht diese stan­dar­di­sierte Struk­tur auf und es bil­den sich zahl­rei­che re­gio­nale Grup­pen und Kul­tu­ren, die teil­weise ein­an­der ab­lö­sen oder zeit­gleich ne­ben­ein­an­der exis­tie­ren. Hier wird das Neo­li­thi­kum am lin­ken Nie­der­rhein beschrieben.

Chronologie Neolithikum nach Exkeks

↑ Chro­no­lo­gie Neo­li­thi­kum, ver­än­dert nach Wi­ki­me­dia Exkeks

Glie­de­rung

Alt­neo­li­thi­kum | Mit­tel­neo­li­thi­kum | Jung­neo­li­thi­kum | Spät­neo­li­thi­kum | End­neo­li­thi­kum

Wei­tere Themen:

Ent­ste­hung des Neo­li­thi­kums | Ver­brei­tung des Neo­li­thi­kums | Land­wirt­schaft | Ke­ra­mik | Stein­ar­te­fakte | Link­liste Neolithikum

Alt­neo­li­thi­kum (5500 — 4950 BC)1

Kollage BK

Fund­be­schrei­bun­gen Altneolithikum

Das Alt­neo­li­thi­kum ist am lin­ken Nie­der­rhein durch die Band­ke­ra­mi­sche Kul­tur etwa ab 5300 Jahre BC nach­ge­wie­sen und en­det ge­gen 4900 Jahre BC. Der Ur­sprung der Band­ke­ra­mik liegt am un­ga­ri­schen Plat­ten­see, von dort aus brei­tet sie sich über den Do­nau­kor­ri­dor nach Nor­den aus. Von der Wet­terau, Rhein-Main-Gebiet, aus er­folgte die Be­sied­lung ver­mut­lich di­rekt nach Niederkassel-Uckendorf, rechts­rhei­nisch, und Me­cken­heim, Zül­pi­cher Börde. 2 An­schei­nend ha­ben im­mer wie­der kleine Grup­pen neue Pio­nier­sied­lun­gen ge­grün­det, von de­nen aus die Band­ke­ra­mi­sche Kul­tur wei­ter ver­brei­tet wurde, durch Ehe­schlie­ßun­gen oder “Tech­no­lo­gie­trans­fer”.3 Durch diese “Sprünge”, Leapfrog-Prinzip, wur­den große Ge­biete sehr schnell mit dem “Vi­rus” Neo­li­thi­kum ge­impft. Zu An­fang der Band­ke­ra­mik be­stand ein weit­rei­chen­des, etwa 200 Jahre be­ste­hen­des, Tauschnetzwerk.

Die di­rek­ten Wur­zeln der Band­ke­ra­mik lie­gen, wie er­wähnt, in der un­ga­ri­schen Tief­ebene, dort hat sich um 6200 Jahre BC die Starcevo-Kultur ent­wi­ckelt. Aus die­ser ging schließ­lich die Band­ke­ra­mik her­vor. Das Car­dial der west­li­chen Mit­tel­meer­küste hat die äl­tere Band­ke­ra­mik eben­falls be­ein­flusst, kurz nach­dem sie sich hier eta­bliert hatte. Auch an­dere Kul­tu­ren aus dem französisch-belgisch-niederländischen Be­reich nah­men im wei­te­ren Ver­lauf im­mer wie­der Ein­fluss auf die Ent­wick­lung des Neo­li­thi­kums in Deutsch­land, so bei­spiels­weise die Gruppe Lim­burg.4

Ar­ti­kel: Die Be­sied­lung der Al­den­ho­ve­ner Platte

Flom­born­phase

Die äl­teste Band­ke­ra­mik zeich­net sich durch flach­bo­dige Ge­fäße aus, sie äh­nelt stark der un­ga­ri­schen Starcevo-Keramik. Etwa um 5200 Jahre BC setzt sich ein an­de­rer Stil durch, die Ke­ra­mik ist nun rund­bo­dig. Gleich­zei­tig wer­den neue Sied­lun­gen ge­grün­det, be­ste­hende nicht wei­ter fort­ge­führt. Auch eine neue Kul­tur­pflanze, der Mohn, taucht auf. Dies al­les zu­sam­men be­trach­tet spricht stark für eine Be­ein­flus­sung durch die La Hoguette-Kultur5 oder die Gruppe Lim­burg,6 da erst­mals ein Bruch al­ter Tra­di­tio­nen zu be­ob­ach­ten ist.

Ende der Bandkeramik

Wäh­rend die rhei­ni­sche Band­ke­ra­mik noch be­steht, ent­wi­ckelt sich an­dern­orts schon das Mit­tel­neo­li­thi­kum. Diese Ent­wick­lung fin­det wei­ter süd­lich statt. Kern­ge­biet die­ser Ent­wick­lung ist das Ne­ckar­ge­biet und Rhein­hes­sen. Es ist eine Zu­nahme der Sied­lungs­tä­tig­keit zu be­ob­ach­ten, das spricht für eine Zu­wan­de­rung aus an­de­ren Re­gio­nen in die­ses Ge­biet. Dies deckt sich mit den Be­ob­ach­tun­gen im Rhein­land, die Sied­lungs­zahl und –stärke nimmt kon­ti­nu­ier­lich ab, so­dass eine Ab­wan­de­rung zu pos­tu­lie­ren ist. Gründe hier­für kön­nen die of­fen­sicht­lich nicht mehr be­ste­hen­den Han­dels­kon­takte, zu­neh­mende Kon­flikte und letzt­end­lich auch die aus­ge­laug­ten Bö­den sein.7

Auch Kli­ma­ver­schlech­te­run­gen, die zu Miss­ern­ten und Hun­ger ge­führt ha­ben kön­nen, wer­den als Kon­flikt­po­ten­tial und Ab­wan­de­rungs­grund an­ge­se­hen. Ge­gen Ende der Band­ke­ra­mik sind zu­neh­mende Span­nun­gen und Kon­flikte zu be­ob­ach­ten. Dar­auf wei­sen die nun for­ti­fi­ka­to­ri­schen Erd­werke hin. Wa­ren die Sied­lun­gen vor­her mit ei­nem klei­nen Gra­ben um­ge­ben, der das Ter­ri­to­rium mar­kierte, wur­den ge­gen Ende der Band­ke­ra­mik re­gel­rechte Ver­tei­di­gungs­grä­ben angelegt.

Mit der Band­ke­ra­mik en­det auch die auf­fäl­lig ein­heit­li­che Aus­prä­gung des Neo­li­thi­kums. Nach­fol­gende Kul­tu­ren sind stark re­gio­nal ge­prägt und ent­wi­ckeln vor al­lem ei­gene Keramikverzierungsstile.

→  Link­liste: Bandkeramik

Ar­ti­kel: Haus­bau im Neolithikum

Mit­tel­neo­li­thi­kum (4900 — 4300 BC)8

Fund­be­schrei­bun­gen Mittelneolithikum

Das Mit­tel­neo­li­thi­kum um­fasst die Ab­folge von Hin­kel­stein — Groß­gar­t­ach — Rös­sen — Bisch­heim. Die Ent­wick­lung die­ser Kul­tu­ren fin­det im Ne­ck­ar­land und in Rhein­hes­sen statt. Ab­ge­se­hen von im­por­tier­ter Hin­kel­stein­ke­ra­mik in band­ke­ra­mi­schem Kon­text hat Hin­kel­stein kei­ner­lei Be­zug auf die Ent­wick­lung des rhei­ni­schen Mit­tel­neo­li­thi­kums. Erst ein mitt­le­res Groß­gar­t­ach kann ge­le­gent­lich durch Ke­ra­mik im Rhein­land nach­ge­wie­sen wer­den. Dem­nach muss von ei­ner min­des­tens 100 Jahre dau­ern­den Sied­lungs­lü­cke zwi­schen Band­ke­ra­mik und Groß­gar­t­ach am lin­ken Nie­der­rhein aus­ge­gan­gen wer­den.9 In­ter­es­san­ter­weise er­folgt die mit­tel­neo­li­thi­sche Wie­der­be­sied­lung des Merz­bach­tals und der Al­den­ho­ve­ner Platte re­gel­haft in mög­lichst gro­ßem Ab­stand zu den alt­neo­li­thi­schen Sied­lungs­plät­zen. Of­fen­sicht­lich wurde nicht ver­sucht, an alte Tra­di­tio­nen an­zu­knüp­fen, ein wei­te­rer Hin­weis auf die Dis­kon­ti­nui­tät der Be­sied­lung im Neo­li­thi­kum im Rhein­land.10

Jede der mit­tel­neo­li­thi­schen Kul­tu­ren hat ei­nen ei­ge­nen Ke­ra­mik­stil. Hin­kel­stein zeigt mit den um­lau­fen­den Win­kel­bän­dern noch deut­lich die Ver­wandt­schaft mit der Band­ke­ra­mik. Groß­gar­t­ach ent­wi­ckelt ne­ben ei­ner fast flä­chen­de­cken­den Stich­ver­zie­rung auch neue Ge­fäß­for­men, die Knick­wand­töpfe und Zip­fel­scha­len. An­sons­ten blei­ben band­ke­ra­mi­sche For­men im Mit­tel­neo­li­thi­kum weit­ge­hend er­hal­ten. Rös­se­ner und Bisch­hei­mer Ver­zie­run­gen wer­den wie­der ein­fa­cher ge­hal­ten, den­noch sind die um­lau­fen­den Teil­de­kore re­la­tiv auf­wen­dig. Der Ta­ge­bau Jüchen-Frimmersdorf scheint den Über­gang Rössen-Bischheim zu be­le­gen. Bisch­heim stellt ei­nen Über­gangs­hori­zont zum Jung­neo­li­thi­kum dar. Im Rhein­land sind bis­her nur Ein­zel­ge­höfte nach­ge­wie­sen. Da­ge­gen sind in Süd­deutsch­land so­ge­nannte Stra­ßen­dör­fer er­gra­ben wor­den, bei­spiels­weise Nördlingen-Baldingen. In die­sem Ge­biet zeich­net sich auch schon die Ten­denz zu Feucht­bo­den­sied­lun­gen ab. → Ar­ti­kel: Pfahl­bau­sied­lun­gen. Im Neu­wie­der Be­cken ent­wi­ckelt sich Bisch­heim un­ter Ein­fluss des fran­zö­si­schen Chas­séen zum jung­neo­li­thi­schen Michelsberg.

Jung­neo­li­thi­kum (4300 — 3500 BC)11

Michelsberg Kollage

Fund­be­schrei­bun­gen Jungneolithikum

Rund ein Jahr­tau­send nach der Ein­füh­rung von Acker­bau, Vieh­zucht und Sess­haf­tig­keit kam es er­neut zu kul­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen im Rhein­land. Die Mi­chels­ber­ger Kul­tur brei­tete sich aus und er­schloss da­bei auch neue Re­gio­nen. Der Mi­cha­els­berg, ein jung­stein­zeit­li­cher Fund­platz bei Bruchsal-Untergrombach im Land­kreis Karls­ruhe, ist na­men­ge­bend für die „Mi­chels­ber­ger Kul­tur“, die zwi­schen 4.300 und 3.600 Jahre BC in wei­ten Tei­len Mit­tel­eu­ro­pas ver­brei­tet war. Als ty­pisch für diese Kul­tur gel­ten so­ge­nannte → Erd­werke, → PDF, das sind mit ei­nem oder meh­re­ren Grä­ben und Wäl­len um­ge­bene Plätze. Die Größe va­ri­iert stark, ihre tat­säch­li­che Nut­zung und Be­deu­tung ist noch un­ge­klärt.  → Karte zur Ver­brei­tung der Mi­chels­ber­ger Kultur

Im Jung­neo­li­thi­kum be­sie­del­ten Men­schen erst­mals re­gel­haft die See­ufer­be­rei­che und Moore des Vor­al­pen­lan­des — die Zeit der → Pfahl­bau­sied­lun­gen be­gann (Vi­deos ei­ner Gra­bung). Ein­zig­ar­tig sind diese Fund­stel­len nicht nur we­gen ih­rer Lage, son­dern auch, weil sich hier oft or­ga­ni­sche Ma­te­ria­lien er­hal­ten ha­ben. Tex­ti­lien, Holz­ge­fäße und –ge­räte zei­gen ein er­wei­ter­tes Bild der ma­te­ri­el­len Kultur.

Än­de­run­gen zei­gen sich auch beim Haus­bau und im Sied­lungs­we­sen. Aus Häu­sern, die lo­cker als Sied­lung mit­ein­an­der ver­bun­den wa­ren, ent­wi­ckel­ten sich im Laufe der Zeit ge­ord­nete „Stra­ßen­dör­fer“. Ein­fluss auf die ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lung hat­ten die in­ten­si­vier­ten Han­dels­kon­takte, sie för­der­ten eine Gü­ter­pro­duk­tion über den ei­ge­nen Be­darf hin­aus. Dies zeigt sich mög­li­cher­weise im or­ga­ni­sier­ten Feu­er­stein­berg­bau.12

Re­vo­lu­tio­när war die Er­fin­dung von Rad, Wa­gen und Pflug am Ende des 4. Jahr­tau­sends BC. Als neuer Werk­stoff trat Kup­fer in Er­schei­nung. Um Me­tall zu ge­win­nen und zu ver­ar­bei­ten, wa­ren Pro­zesse not­wen­dig, die ein spe­zia­li­sier­tes Wis­sen vor­aus­set­zen. Gold und Sil­ber, wie auch → Thema: Prunk­beile aus sel­te­nem Jadeit, wa­ren Aus­druck von Pres­tige ei­ner neuen ge­sell­schaft­li­chen Elite. Ver­än­de­run­gen in der Land­wirt­schaft, neue Werk­stoffe und tech­no­lo­gi­sche Neue­run­gen för­der­ten Ar­beits­tei­lung und Spe­zia­lis­ten­tum. Be­glei­tet wurde die­ser Wan­del von Um­struk­tu­rie­run­gen in der Ge­sell­schaft wie auch Ver­än­de­run­gen in der geis­ti­gen Welt.

Die Stu­fen Mi­chels­berg IV und V sind im Rhein­land kaum noch ver­tre­ten. Ver­mut­lich wurde das Sied­lungs­ge­biet all­mäh­lich ver­las­sen. Im Neu­wie­der Be­cken mit dem gro­ßen Erd­werk Urmitz hielt sich die Mi­chels­ber­ger Kul­tur län­ger, erst ab 3500 Jahre BC wer­den auch dort die Be­funde spär­lich.13 →  Link­liste: Jungneolithikum

Spät­neo­li­thi­kum (3500 — 2800 BC)14

Fund­be­schrei­bun­gen Spätneolithikum

Die aus Rös­sen her­vor­ge­gan­gene und schon im Jung­neo­li­thi­kum gut ver­tre­tene mit­tel­deut­sche Baal­ber­ger Kul­tur er­fährt ei­nen ex­plo­si­ons­ar­ti­gen Be­völ­ke­rungs­an­stieg. Sie stellt die mit­tel­deut­sche → Trich­ter­be­cher Kul­tur. Da­ne­ben exis­tie­ren eine West– und Nord­gruppe der Trich­ter­be­cher­kul­tur. Letz­tere steht in en­gem Kon­takt zur mit­tel­deut­schen Trich­ter­be­cher­kul­tur. Ob­wohl auch schlechte Bö­den der Nord­deut­schen Tief­ebene ge­nutzt wer­den, lie­gen die gu­ten rhei­ni­schen Löss­bö­den an­schei­nend brach.15 Das Rhein­land wird ne­ben der West­gruppe der Trich­ter­be­cher­kul­tur im Spät­neo­li­thi­kum  von der → Wart­berg Kul­tur und der aus Frank­reich stam­men­den Seine-Oise-Marne-Kultur um­ge­ben. Funde aus der Zeit zwi­schen 3800 bis 2800 Jahre BC sind äu­ßerst spär­lich. Selt­sa­mer­weise wi­der­spre­chen die Pol­len­ana­ly­sen der we­gen der Fun­dar­mut an­ge­nom­me­nen Sied­lungs­leere, denn etwa ab 3400 Jahre BC zeigt sich die Zu­nahme von Eichen-, Kräu­ter– und Grä­ser­pol­len. Das deu­tet auf ein mensch­li­ches Ein­wir­ken auf die Wald­ge­sell­schaft hin. Mög­li­cher­weise wur­den ge­zielt Ge­hölze ab­ge­brannt, wenn sich der Be­fund von Her­zo­gen­rath mit den stark ge­stie­ge­nen Pflan­zen­koh­len­par­ti­keln so deu­ten lässt.16

End­neo­li­thi­kum (2800 — 2150 BC)17

Fund­be­schrei­bun­gen Endneolithikum

Das End­neo­li­thi­kum ist die Zeit der Be­cher­kul­tu­ren. Diese tei­len sich in Schnur­ke­ra­mik und Glo­cken­be­cher auf, wo­bei die Glo­cken­be­cher erst spä­ter fass­bar wer­den. Häu­fig wird der Be­griff “Rhei­ni­sche Be­cher­kul­tu­ren” ver­wen­det, er um­fasst beide Erscheinungsformen.

Beide Kul­tu­ren sind fast aus­schließ­lich durch Grä­ber be­legt, aus­sa­ge­kräf­tige Hin­weise auf die Sied­lungs­weise feh­len. Eine Chro­no­lo­gie ist be­züg­lich der Ke­ra­mik von J. D. van der Waals und W. Glas­ber­gen er­stellt wor­den. E. Lom­berg hat für die Schnur­ke­ra­mik eine chro­no­lo­gi­sche Axt-Typologie er­stellt, für die Glo­cken­be­cher eine Silexdolch-Typologie.18 Bei schnur­ke­ra­mi­schen Be­stat­tun­gen wer­den beide Ge­schlech­ter in Hock­stel­lung beige­setzt, die Frauen mit dem Kopf nach Os­ten, Män­ner nach Wes­ten. Die Blick­rich­tung ist im­mer Sü­den. Ty­pi­sche Grab­bei­gabe ist der schnur­ke­ra­mi­sche Be­cher, bei Krie­gern eine Streitaxt.

Steinzeit

Aus­rich­tung end­neo­li­thi­scher Be­stat­tun­gen, Quelle: http://www.praehistorische-archaeologie.de/

Glo­cken­be­cher­grä­ber un­ter­schei­den sich deut­lich in der Aus­rich­tung der To­ten. Män­ner wer­den mit dem Kopf nach Nor­den, Frauen mit dem Kopf nach Sü­den be­stat­tet. Blick­rich­tung ist bei bei­den Os­ten. Ne­ben den ty­pi­schen Glo­cken­be­chern gibt es bei ei­ni­gen Män­nern Waf­fen­bei­ga­ben mit ent­spre­chen­dem Zu­be­hör. Dazu ge­hö­ren Pfeil und Bo­gen, von de­nen heute nur noch die fein ge­ar­bei­te­ten ge­sti­el­ten und ge­flü­gel­ten Pfeil­spit­zen nach­weis­bar sind. Pfeil­schaft­glät­ter und Arm­schutz­plat­ten er­gän­zen die Aus­rüs­tung. Eine wei­tere Bei­gabe sind  Dol­che, in Süd­deutsch­land schon aus Kup­fer. Zur Zeit der Hü­gel­grab­be­stat­tung auf Bo­den­ni­veau fin­den sich Span­dol­che, teil­weise aus dem fran­zö­si­schen Grand-Pressigny-Silex her­ge­stellt.19

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  1. Da­tie­rung nach Ur­ge­schichte im Rhein­land, Köln, 2006
  2. Mar­tin Hei­nen, Der Aus­griff nach Nord­wes­ten, In AiD, 2006, Heft 3, S. 32f, Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, Das Neo­li­thi­kum, in Ur­ge­schichte im Rhein­land, Köln, 2006, S. 162
  3. siehe Me­so­li­thi­kum
  4. Mar­tin Hei­nen, Der Aus­griff nach Nord­wes­ten, in AiD, 2006, Heft 3, S. 32
  5. An­gela Kreuz, AiD 2006, Heft 3, S. 26 zum Mohn, Zim­mer­mann u. a., S 162, 172
  6. Mar­tin Hei­nen, 2006, S. 32
  7. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S. 179
  8. Da­tie­rung nach Ur­ge­schichte im Rhein­land, 2006
  9. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S. 182
  10. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S 179f
  11. Da­tie­rung nach Ur­ge­schichte im Rhein­land, 2006
  12. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S. 186 ff
  13. Axel von Berg, An­dreas Zim­mer­man, Urmitz und Mühlheim-Kärlich, Kreis Mayen-Koblenz, in Ur­ge­schichte im Rhein­land, Köln, 2006, S. 506f
  14. Da­tie­rung nach Ur­ge­schichte im Rhein­land, 2006
  15. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S 192
  16. Zim­mer­mann, Meurers-Balke, Ka­lis, S 194
  17. Da­tie­rung nach Ur­ge­schichte im Rhein­land, 2006
  18. van der Waals/Glasbergen, Bea­ker ty­pes and their dis­tri­bu­tion in the Nether­lands, Pa­la­eo­his­to­ria 4, 1955, S. 5ff; Lom­berg, Die Flint­dol­che Dä­ne­marks, Stu­dien über Chro­no­lo­gie und Kul­tur­be­zie­hun­gen des süd­skan­di­na­vi­schen Spät­neo­li­thi­kums, Nor­diske Forts­min­der, B 1, Ko­pen­ha­gen, 1973
  19. Mar­tin Heinen/Willy Schol, Die ur­ge­schicht­li­che Be­sied­lung des Mön­chen­glad­ba­cher Rau­mes, in Loca De­si­de­rata,  Band 1, Köln, 1994, S. 188