Rheindahlen

Die Lehm­grube Dree­sen zählt zu den wich­tigs­ten Fund­stel­len des Mit­tel­pa­läo­li­thi­kums im Rhein­land. Da­bei ist die stra­ti­gra­phisch ge­si­cherte und ge­trennte Lage der Fund­schich­ten von un­schätz­ba­rer Be­deu­tung. Nicht die hohe Zahl der Fund­schich­ten, son­dern ihre un­ver­mischte Er­hal­tung in ver­schie­de­nen Löss­hori­zon­ten un­ter­schei­det Rhein­dah­len von deut­lich we­ni­ger aus­sa­ge­kräf­ti­gen Ober­flä­chen­fun­den bei­spiels­weise am Rande der Rur­rand­ver­wer­fung. Im Ge­gen­satz zu die­sen kann hier an Hand des um­ge­ben­den Se­di­men­tes auf die Zeit­stel­lung der Schich­ten ge­schlos­sen wer­den, Pol­len­ana­ly­sen ge­ben Aus­kunft über das je­wei­lige Klima. Letzt­lich lässt auch die Ver­tei­lung der Funde In­ter­pre­ta­tio­nen der Ak­ti­vi­täts­zo­nen zu. Da­mit ent­steht ein recht prä­zie­ses Le­bens­bild der hier la­gern­den Gruppen.

Das Löss­pro­fil von Rhein­dah­len wurde mehr­fach un­ter­sucht und da­tiert. Die Er­geb­nisse wei­chen je­doch von­ein­an­der ab. Da­mit ist auch die Da­tie­rung der Fund­schich­ten aus geo­lo­gi­scher Sicht nicht deckungsgleich.

Thieme/Brunnacker: Pe­tro­gra­phi­sche und ur­ge­schicht­li­che Un­ter­su­chun­gen im Löss­pro­fil von Rheindahlen/Niederrheinische Bucht

Klostermann/Thissen: Die stra­ti­gra­phi­sche Stel­lung des Löss­pro­fils von Mönchengladbach-Rheindahlen (Niederrhein)

Das Mu­seum im Was­ser­turm stellt Funde aus der Lehm­grube Dree­sen aus. Es han­delt sich da­bei um ei­nen Teil der Samm­lung des ver­stor­be­nen An­ton Men­nen. Doch nicht nur die Ar­te­fakte be­geis­tern den in­ter­es­sier­ten Be­su­cher. Eine Füh­rung mit Ein­bli­cken in die Geo­gra­fie und Stra­ti­gra­phie der Grube, Be­richte und Fo­tos von Aus­gra­bun­gen, ein Lack­pro­fil der Gru­ben­wand und eine le­ben­dige Er­zähl­weise las­sen die längst ver­gan­ge­nen  Zei­ten aufleben.

Die Ar­te­fakte aus der Grube sind er­gänzt durch wei­tere Funde  der Re­gion, in­so­fern wird die ge­samte Stein­zeit ab­ge­deckt. Ein Be­such lohnt im­mer. Gerne kön­nen auch Ei­gen­funde zur Be­gut­ach­tung vor­ge­legt wer­den. Die  Adresse des Mu­se­ums fin­den Sie hier. Das Mu­seum ist in der Zeit von März bis No­vem­ber an je­dem ers­ten Sams­tag von 14–17 Uhr geöffnet.