Jungacheuléen Faustkeile

Faustkeil, Sammlung Peter Schleicher

Faustkeil, Sammlung Peter Schleicher

 

Fundplatz Speckberg

Der Speckberg ist eine sanft ansteigende Erhebung, die zu einer Seite hin steil abfällt. Diese Lage macht ihn zu einem über alle Zeiten hinweg begünstigten Siedlungsplatz. Ein 1961 gefundener Faustkeil weckte die Hoffung, eine mittelpaläolithische Freilandstation graben zu können. Zahlreiche Grabungen ergaben über 400000 Artefakte, ein Großteil davon mittelpaläolithisch. Etwa 100 Faustkeile, Fäustel und Halbkeile eingerechnet, kamen zu Tage.

Das Rohmaterial besteht zum großen Teil aus lokalen Materialien: Hornstein aus sekundärer Lagerung, Radiolarit aus den Donauschottern, gebänderter Kieselschiefer aus den Tertiärsanden oder dem Urmain. Ein fernes Material ist ein Kreidehornstein aus der Kehlheimer Gegend. Die Faustkeile sind überwiegend aus feinkörnigem Kreidequarzit gefertigt, alle Messerformen und die meisten Schaber bestehen dagegen aus Jurahornstein.

Die zeitliche Gliederung der Begehungen kann nur durch Vergleichsfunde vermutet werden. Die ersten Begehungen werden Ende der Risseiszeit angenommen. Der Keilmesserhorizont wird in die Eemzeit datiert, jünger scheint eine mousteroide Abschlagkultur. Es wird vermutet, dass der Speckberg wiederholt von kleinen Jägergruppen kurzfristig aufgesucht wurde. Gelegentliche Basislager werden ebenfalls vermutet. Der zeitliche Rahmen kann 100000 Jahre betragen.

Literatur: Der Speckberg, 50 Jahre Entdeckung Ausgrabung Forschung, Hrsg. Dr Heinz Rieder, Furth, 2011