Jungpleistozän

Aus ar­chäo­lo­gi­scher  Sicht be­fin­den wir uns in der Zeit der klas­si­schen Ne­an­der­ta­ler, etwa der Mitte des Mit­tel­pa­läo­li­thi­kums. Das Jung­pleis­to­zän, der letzte Un­ter­ab­schnitt des ei­gent­li­chen Pleis­to­zäns, be­ginnt vor etwa 130000 Jah­ren. Der Wald dringt wie­der nach Süd­deutsch­land vor, das letzte In­ter­gla­zial hat be­gon­nen. In den Wäl­dern lebte die da­mals ty­pi­sche Wald­fauna mit Walde­le­fant, Step­pen­nas­horn, Reh, Hirsch, Ur, Löwe und Panther.

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Eem­zeit, Karte ver­än­dert nach gingkomaps.com


Ge­gen Ende der Warm­zeit san­ken die Tem­pe­ra­tu­ren, es wurde all­mäh­lich kon­ti­nen­ta­ler und die nor­di­schen und al­pi­nen Glet­scher stie­ßen wie­der vor. Der Wald räumte nach und nach ei­ner baum­ar­men, wild­rei­chen Kraut­steppe das Feld. Die Flora die­ser Steppe wurde im­mer ar­ten­ar­mer und wan­delte sich schließ­lich in den ver­schie­de­nen kal­ten Pha­sen zu ei­ner eher al­pin wir­ken­den Tun­dra, die al­ler­dings im Som­mer er­heb­lich wär­mer war als in heu­ti­gen ark­ti­schen Tund­ra­zo­nen. In ver­schie­de­nen kli­ma­güns­ti­ge­ren Pha­sen nahm die Be­wal­dung wie­der zu.  Die Ele­fan­ten und Nas­hör­ner er­setz­ten ein­an­der; an Stelle der Walde­le­fan­ten er­schien das Mam­mut, statt des Step­pen­nas­horns das lang­haa­rige Woll­nas­horn. Hirsch, Pferd, Reh, Ur und Wi­sent harr­ten län­ger aus.

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Über­gang Eem/Weichseleiszeit, Karte ver­än­dert nach gingkomaps.com

Erst in den käl­tes­ten Pha­sen des Jung­pleis­to­zäns vor etwa 50000 und 20000 Jah­ren, der Zeit der größ­ten Tund­ra­aus­deh­nun­gen, herrsch­ten Ren, Mo­schus­ochse und Eis­fuchs als ein­deu­tig ark­ti­sche Tiere vor. In den Zei­ten der Eis­vor­stöße nahm die pflanz­li­che und tie­ri­sche Viel­falt in Eis­rand­nähe stark ab.

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Hoch­gla­zial, Weich­se­leis­zeit, 20000 BC, Karte ver­än­dert nach gingkomaps.com

Quelle: H. Müller-Beck, Land­schafts­ge­schichte des Lo­ne­tals, in J. Hahn, H. Müller-Beck,W. Taute; Eis­zeit­höh­len im Lo­ne­tal, Stutt­gart, 2. Aufl. 1985, S. 30ff