Deutlich ungleichschenklige Dreiecke

Deutlich ungleichschenklig

Deutlich ungleichschenklig, Finder Robert Grüttner

Unregelmäßige Dreiecke werden in der Geometrie dadurch definiert, dass alle Seiten verschieden lang sind. In der Archäologie werden solche Dreiecke als ungleichschenklig bezeichnet. Sie besitzen zwei steil retuschierte Seiten, auch Kanten genannt. Die lange Kante wird auch als Rücken bezeichnet. Die längste Seite des Dreiecks ist in der Regel unretuschiert und bildet die Schneide.

Die Gruppe der ungleichschenkligen Dreiecke wird weiter unterteilt, dabei ist das Längenverhältnis der retuschierten Kanten zueinander ausschlaggebend. Deutlich ungleichschenklige Dreiecke besitzen eine lange Kante, die weniger als das Doppelte der kurzen Kante misst.1

Zeitlich lassen sich diese sehr häufigen, weit verbreiteten Mikrolithen kaum fassen. Erste ungleichschenklige Dreiecke treten schon im Jungpaläolithikum auf.2 Es kann lediglich festgehalten werden, dass zum Ende des Mesolithikums die stark und extrem ungleichschenkligen Formen überwiegen, wobei jedoch auch deutlich ungleichschenklige und gleichschenklige Dreiecke weiterhin zumindest vereinzelt auftreten.

  1. Martin Heinen, Mikrolithen, in Floss (Hrsg.) Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit, Tübingen 2012, Kerns Verlag, S. 607
  2. Chris­tiane Höck, Drei­ecke des Mag­dalé­nien, in Floss (Hrsg.) Stein­ar­te­fakte vom Alt­pa­läo­li­thi­kum bis in die Neu­zeit, Tübin­gen 2012, Kerns Ver­lag, S. 500ff