Trapeze aus regelmäßiger Klinge

Trapeze

Finder Jaguartatze

Trapeze aus regelmäßigen Klingen resultieren aus einer neuen Klingentechnik, Montbani-Klingentechnik, die den Übergang vom Frühmesolithikum zum Spätmesolithikum markiert.1 Diese auch Viereck genannten Mikrolithen verdrängen allmählich einen Teil der frühmesolithischen Mikrolithenformen.

Es werden symmetrische (o. r.) und asymmetrische Vierecke (o. l.)  unterschieden.2 Zu den asymmetrischen Vierecken gehören auch die Viereckspitzen, die als eigener Typ gelten. Nach Taute besitzen Trapez-/Viereckspitzen zwei retuschierte, deutlich unterschiedlich lange Schenkel, wodurch einerseits eine Spitze, andererseits eine gerade oder schräge Basis entsteht.3 Dabei soll die Spitze einen Winkel unter 60° haben.4 Liegt der Winkel zwischen der retschierten Basis und der kurzen Schneide unter 85°, so handelt es sich um eine rhombische Trapez-/Viereckspitze,5 die Aufsicht ist in etwa rautenförmig.

In der → Typentafel finden sich Zeichnungen der verschiedenen Trapez-/Viereckformen.

Die oben abgebildeten Trapeze stammen von einem Dünenzug in Schleswig-Holstein, nahe Hamburg.

  1. Martin Heinen, Mikrolithen, in Floss (Hrsg.) Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit, Tübingen 2012, Kerns Verlag, S. 614
  2. Die Trapeze werden von verschiedenen Autoren unterschiedlich gegliedert.
  3. W. Taute, Untersuchungen zum Mesolithikum und zum Spätpaläolithikum im südlichen Mitteleuropa, Habitilationsschrift Universität Tübingen, 1971, S. 54
  4. Gerken, Klaus 2001: Studien zur jung- und spätpaläolithischen sowie mesolithischen Besiedlung im Gebiet zwischen Wümme und Oste. Archäologische Berichte des Landkreises Rotenburg (Wümme) 9, Oldenburg, 2001, S. 24
  5. Gerken, Klaus 2001, s. 25