Schamanen?

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Die Hirschgeweihmasken von Bedburg-Königshoven datieren ins Frühmesolithikum, etwa 9600 BC.1 Die Steinartefakte der Fundstelle zeigen deutliche Anklänge an die vorangegangene Ahrensburger Kultur.2 Noch heute werden vergleichbare Schamanenmasken in Sibirien verwendet. Verschiedentlich sind solche → Mischwesen der Steinzeit in Höhlenmalereien, Ritzungen oder als Kleinplastiken dargestellt. Ein besonders prominenter Vertreter ist der → Löwenmensch.

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In der Grotte des Trois-Frères findet sich die Darstellung eines Mischwesens das als → Schamane mit Hirschgeweihmaske gedeutet wird; gelegentlich fällt auch der Begriff Zauberer. Ob Jagdzauber oder eine andere Interpretation, die Masken müssen eine besondere Bedeutung gehabt haben. Der Begriff → Schamanismus ist stark mit Religion und Magie verbunden. Für konkrete Glaubensvorstellungen im Mesolithikum fehlen Belege. Ein Grab einer Mesolithikerin  zeichnet sich durch ungewöhnliche Beigaben aus, sie wird unreflektiert als Schamanin angesprochen. Sicherlich hatte sie eine besondere Stellung, möglicherweise auch eine kultische Funktion. → Bild der Beigaben. Insofern ist der Begriff hier nicht angebracht. Dennoch erscheint eine allgemein kultische Bedeutung gegeben zu sein.

Die Masken von Bedburg-Könighoven besitzen jeweils zwei Befestigungslöcher. Die Löcher wurden nicht von außen nach innen angebracht, sondern umgekehrt, von innen nach außen. Eine plausible Erklärung für die ungewöhnliche Durchlochung ist das Verbleiben des Fells am Schädeldach. Nach Bosinski wurden die Geweihe im Fell, mit den Ohren des Tieres getragen.3

Die Geweihe wurden nicht durch Spanentnahme oder starkes Einkürzen leichter gemacht, damit unterscheiden sie sich von den in Star Carr, England, gefundenen Exemplaren. → Foto

  1. Wikipedia/Hirschgeweihmasken von Bedburg-Königshoven
  2. M. Street, M. Baales, Bedburg-Königshoven, Erftkreis – Frühmesolithischer Fundplatz in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 303f
  3. G. Bosinski, Paläolithikum und Mesolithikum im Rheinland in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 156