Lanzettspitzen

Lanzettspitzen

Lanzettspitzen ähneln einfachen Spitzen mit vollständiger Kantenretusche, sind aber deutlich schmaler. Das Längen/Breitenverhältnis liegt bei 4:1 oder mehr.1 Sie kom­men in Däne­mark häu­fig vor und errei­chen dabei Grö­ßen von 25 mm bis 40/50 mm. Im Nor­den der Nie­der­lande, Deutsch­lands und Polens sind sie noch gut vertreten, nach Süden nimmt ihre Ver­brei­tung deut­lich ab. In Däne­mark und Norddeutschland kom­men Lan­zett­spit­zen vom Prä­bo­real bis zum frü­hen Atlan­ti­kum vor, Mag­lemose Kul­tur, am häu­figs­ten sind sie von der zwei­ten Hälfte des Boreals an bis zum älte­ren Atlan­ti­kum.2

Bei den oben abgebildeten Mikrolithen handelt es sich um Lanzettspitzen eines Fundplatzes in Brandenburg. Zwei der Stücke unterscheiden sich von den restlichen Lanzettspitzen. Bei einer Lanzettspitze ist der Schlagflächenrest erhalten, gefüllter Kreis; die zweite Spitze von rechts ist aus einer unregelmäßigen Grundform, möglicherweise aus einer Kernkante gefertigt.

Fundbeschreibungen → Lanzettspitze 1Lanzettspitze 2Lanzettspitze 3Lanzettspitze 4 | Lanzettspitze 5Lanzettspitze 6

  1. Gerken, Klaus 2001: Studien zur jung- und spätpaläolithischen sowie mesolithischen Besiedlung im Gebiet zwischen Wümme und Oste. Archäologische Berichte des Landkreises Rotenburg (Wümme) 9, Oldenburg, 2001, S. 19
  2. Martin Heinen, Mikro­li­then, in Floss (Hrsg.) Stein­ar­te­fakte vom Alt­pa­läo­li­thi­kum bis in die Neu­zeit, Tübin­gen 2012, Kerns Ver­lag, S. 604