Dreieckspitzen mit konvexer Basis

Dreieckspitze konvex

Dreieckspitze konvex

Drei­eck­spit­zen, pointes tri­an­gu­laires, haben eine weitgehend sym­me­tri­sch-drei­eckige Grund­form. Eine Längs­kante ist immer steil retu­schiert. Die zweite Längs­kante kann eben­falls retu­schiert sein, par­ti­ell oder ganz. Es han­delt sich dann meist um eine schär­fende Retu­sche. Die Basis die­ser Spit­zen ist dor­sal, ven­tral oder dor­soven­tral retu­schiert. Die Basis der hier beschriebenen Stücke ist dorsoventral kon­vex retuschiert, teilweise ist die Retusche flächig angelegt. Der Kan­ten­ver­lauf der Basis kann auch abrupt, semi-abrupt oder flä­chig retu­schiert sein.1

Dreieckspitzen sind charakteristisch für den frühmesolithischen Beuron-Coincy-Kreis und treten erstmals in der Mitte des Präboreals auf. Im Süddeutschen Raum kann die Form der Basis zur zeitlichen Differenzierung herangezogen werden. Dreieckspitzen mit gerader oder konvexer Basis kommen nur im Präboreal, Beuronien A, vor, während solche mit konkaver Basis nur im späten Boreal und frühen Atlantikum, Beuronien C, auftreten.2

Die Verwendung als Pfeilspitze wird vermutet, ist aber bisher nicht belegbar.

  1. Martin Heinen, Mikrolithen, in Floss (Hrsg.) Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit, Tübingen 2012, Kerns Verlag, S. 605
  2. Martin Heinen, 2012, S. 606