Mesolithikum
Das Mesolithikum (Mittelsteinzeit) beginnt am Niederrhein mit dem Nacheiszeitalter, etwa 9.500 Jahre BC und geht gegen 5.300 Jahre BC in der Bandkeramik auf. In Norddeutschland und Dänemark begann das Mesolithikum später, die Ertebölle-Kultur endete dort erst gegen 4100 Jahre BC, als der Niederrhein schon lange neolithisiert war. Die Trennung Paläolithikum-Mesolithikum ist willkürlich, sie besteht, da das Mesolithikum erst um 1900 als solches erkannt wurde,1 bis dahin klaffte eine Lücke in der Steinzeit. In Wirklichkeit ist ein nahtloser Übergang des Spätpaläolithikums in das Mesolithikum zu beobachten,2 insofern ist die Dreiteilung der Steinzeit sehr unglücklich.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors: Martin Heinen 2010: Neue Erkenntnisse zum Mesolithikum in Nordrhein-Westfalen. In: Otten, Th., Hellenkemper, H., Kunow, J. & Rind, M.J. (Hrsg.) Fundgeschichten — Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen, Bd. 9, S. 55–58. Verbreitung des Rhein-Maas-Schelde-Mesolithikums mit Kartierung und Chronologie bestimmter Mikrolithenformen.
Gliederung
Klima
Das Mesolithikum erstreckt es sich über Praeboreal und Boreal bis zum Frühatlantikum. Die durchschnittlichen Juli-Temperaturen stiegen von 15°C über 18°C auf 21°C. Damit ist es teilweise deutlich wärmer als heute mit etwa 17°C gewesen. Im Praeboreal setzte die Wiederbewaldung ein. Birke und Kiefer kehrten zurück, im Boreal folgten Hasel, Eiche, Ulme und Erle. Es handelte sich aber noch um offene Landschaften, durchsetzt mit Heide und ausgedehnten Grasflächen. Im Frühatlantikum fehlen die offenen Gebiete, es breitete sich dichter Wald aus, Linden dominierten. Mit der Wiederbewaldung änderte sich auch die Fauna. Zuerst verschwanden die Ren– und Mammutherden, später auch größtenteils Pferd, Elch und Auerochse. Standwild wie Rothirsch, Reh und Wildschwein verbreitete sich rasch.3 Dadurch kam es zu einem tiefgreifenden Wandel der Lebensweise,4 der sich jedoch langsam vollzog.
Die Mesolithiker
Die spätpaläolithischen Jäger folgten den in kältere Gebiete nach Nord und Nordost ziehenden Herden oder sie begründeten durch Umstellung die mesolithische Lebensweise. Das niederrheinische Mesolithikum hat seine Wurzeln in der Ahrensburger Kultur.5
Mit dem Aufkommen des Neolithikums zogen die mesolithischen Jäger in andere Gebiete ab oder wurden Träger der bandkeramischen Kultur.
Exkurs, vergleiche: Das Aufkommen der bäuerlichen Lebensweise, auch neolithische Revolution genannt, wurde früher mit Einwanderung aus der Levante erklärt. Die Paläogenetik belegt, dass es sich nicht um die Ausbreitung einer großen Volksgruppe handelt, es ist vielmehr die Erfolgsgeschichte einer Idee, vgl. Diese Idee konnte sich viel schneller Ausbreiten, als Menschen es je gekonnt hätten. Auch die anfängliche Fortführung mesolithischer Werkzeug– und Bestattungstraditionen in bandkeramischen Inventaren verdeutlichen dies. Es handelt sich nicht nur um Einwanderung, sondern auch um Akkulturation. Die Idee der bäuerlichen Lebensweise wurde durch Pioniersiedlungen verbreitet, mehr dazu später. Die herrschende Lehre nimmt die Ausbreitung über das Kapatenbecken und den Kaukasus nach Mitteleuropa an. Der Import von Schaf und Ziege aus dem Nahen Osten ist gesichert, Genanalysen belegen inzwischen die Abstammung aller europäischen Rinder von Rindern aus dem Nahen Osten.6 Es gibt jedoch auch Hinweise auf Getreideanbau im Mesolithikum, die zeitlich vor der Verbreitung der Bandkeramik liegen, Seite 7. Gelegentlich weisen Pollendiagramme von mesolithischen Fundplätzen vermehrt Gräserpollen auf, die auf einen Getreideanbau hinweisen könnten. Deshalb wird ein sporadischer, spätmesolithischer Getreideanbau in Erwägung gezogen. Bisher ist jedoch nicht endgültig geklärt, ob es sich um Gräser– oder Getreidepollen handelt. Allerdings lässt der Nachweis von Lichtungen die Annahme von gartenähnlichen Anbauflächen wahrscheinlich erscheinen. Die noch wenig erforschte La-Hoguette-Gruppe wird als möglicher Urheber eines mesolithischen Getreideanbaus vermutet. 7 Für eine Einwanderung von bandkeramischen Gruppen spricht vor allem die Tatsache, dass ein ganzes “Paket” übergeben wurde, angefangen beim Vieh, über Getreide bis hin zur Keramik und zum Hausbau. Hätte keine Einwanderung stattgefunden, wäre höchstwahrscheinlich nur ein Teil der bandkeramischen Kultur übernommen worden. Insofern ist eine Kombination aus Übernahme und Einwanderung anzunehmen. Weitere genetische Untersuchungen könnten das Verhältnis zwischen Einwanderung und Übernahme weiter konkretisieren, wenn eine möglichst große Zahl von Individuen aus verschiedenen Regionen einbezogen wird.
Bevölkerung
Die mesolithische Bevölkerungsdichte der Niederrheinischen Bucht, 3584 Quadratkilometer, wird nach ethnographischen Studien mit 180 Personen angegeben, wobei sie unter den günstigen präborealen und borealen Bedingungen auch höher gewesen sein kann, höchstens jedoch mehrere hundert Menschen.8
Siedlungsweise
Die Mesolithiker hatten saisonbedingte Lager. Im Sommer gab es im Bergland kleine Lager, die von einer einzelnen Familie bewohnt wurden. Die Behausungsgröße lag zwischen 4 und 15 Quadratmetern. Dies lässt sich aus Jagdbeuteresten und Siedlungsgröße schließen. In diesen Sommerlagern sind Mikrolithen häufig, Kratzer hingegen seltener. Im Winter schlossen sich 3 bis 4 Familien zusammen und errichteten meist im Flachland große Winterlager. Die Größe dieser Lager variiert zwischen 50 und 200 Quadratmetern. Häufig lagen diese Lager direkt am Wasser. Winterlager liefern in etwa gleich viele Kratzer und Mikrolithen.9 Diese Lagerplätze wurden nicht durchgehend belegt, waren die Nahrungsgrundlagen in einem Gebiet weitgehend erschöpft, zog die Gruppe “nomadisierend” weiter, mehrmals im Jahr wurde der Standort gewechselt, indem neue und alte Aufenthaltsorte in einer Art Kreislauf aufgesucht wurden.10 Man könnte dies als saisonale Gebietstreue ansprechen. Es existierten spezialisierte Lagerplätze, bestes Beispiel sind die “Röststellen”. Das sind Plätze, an denen große Mengen von Haselnüssen durch Rösten im Feuer haltbar gemacht wurden. Günstige Plätze wurden wiederholt aufgesucht,11 nach Arora lässt sich aus der Zahl der Herdstellen auf die Belegungshäufigkeit schließen (Sommerlager)12 Ein gutes Beispiel aus unserem Raum liefert die Niers mit ihren zahlreichen neben– und übereinander liegenden mesolithischen Fundstellen.13 Die Behausungen hatten unterschiedliche Bauweisen. So sind neben Wandschirmen rechteckige, rundliche, bogenförmige und eliptische Hüttenformen bekannt. Sie bestanden aus einem Raum, der zwischen 5 und 30 Quadratmeter groß war, teilweise waren die Fußböden mit Holz (Reisig) oder Steinen ausgelegt. Je nach Größe lebten 4 bis 9 Personen dort.14 2008 wurde in Star Carr, Nordostengland, ein besonders gut erhaltenes Rundhaus ergraben.15
Nahrung
Neben der Jagd auf Standwild mit Pfeil und Bogen hatte der Fischfang eine große Bedeutung, er deckte etwa 20–30 % des Nahrungsbedarfs.16 Nicht nur hoch entwickelte Fischfanggeräte, wie Aalstecher, wurden eingesetzt, auch Einbäume, einfache Boote aus einem Stamm, wurden schon benutzt. Gejagt wurde Elch, Rothirsch, Reh, Wildschwein und Auerochse, aber auch Kleinwild und Federwild wurde bejagt,17 teilweise mit Kolbenpfeilen. Auch das Sammeln von Beeren, Früchten und Pilzen war ein bedeutender Nahrungszweig. Insbesondere verkohlte Haselnussschalen belegen den intensiven Verzehr der gerösteten Nüsse. Die durch Rösten haltbar gemachten Haselnüsse waren eine wichtige Nahrungsreserve. Es sind vielerorts Röststellen belegt, die nicht nur von einer intensiven Nutzung der Nüsse, sondern auch von einem hoch entwickelten Verfahren zeugen. Gleich mehrere Röststellen wurden am Duvensee gefunden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass pflanzliche Kost und Fisch im Sommer eine große Bedeutung hatte, im Winter musste mehr gejagt werden.18
Kunst
Die jungpaläolithische Kunst wird nur rudimentär fortgesetzt. Vereinzelt treten einfache Ritzlinien und geometrische Muster auf. Sie sind nicht sehr zahlreich und finden sich vereinzelt auf Knochen, Geweih, Schiefer und den Kortexpartien von Artefakten. Im Kortexbereich eines frühmesolithischen Kernsteins aus Kreuztal, Kreis Siegen-Wittgenstein, fand sich ein eingeritztes Gittermuster.19 Ein durchlochter und mit Ritzlinienmuster verzierter Retuscheur aus Sindorf/Bergheim lässt sich nicht sicher dem Mesolithikum zuordnen.20 Schmuck war jedoch sehr beliebt, Knochenplättchen mit und ohne Verzierung, rezente und fossile Schneckenhäuser, durchbohrte Zähne, besonders Hirschgrandeln, Fischwirbel und Schlundzähne von Karpfen zeugen von einer richtigen Mode.
Ein ganz besonderer Fund wurde 1987 an der Erft gemacht. Auf einer mesolithischen Siedlungsstelle in Bedburg-Königshoven wurden zwei Hirschgeweihmasken gefunden. Es handelt sich um Rothirschgeweihe mit Schädelresten. Die Schädelknochen wurden seitlich durchbohrt, um sie am Kopf zu befestigen. Vermutlich erfolgten die Bohrungen durch das Fell, sodass die Masken mit Fell und Ohren getragen wurden. Sie werden als zeremonielle Schamanenmasken gedeutet.21 Dies wäre ein wichtiger Hinweis auf die Glaubenswelt der Mesolithiker.22 Ein besonderes Grab aus Sachsen-Anhalt wird nach Grabungsbefunden als das einer Schamanin bezeichnet. Diese Tatsachen reichen nicht aus, um Schamanismus zu belegen, wohl aber geben sie einen Hinweis auf eine kultische evtl auch religiöse Glaubenswelt. Das belegen auch die teilweise üppigen Grabbeigaben und Schädelbestattungen im Mesolithikum.
Steinartefakte
Die Artefakte des Mesolithikums zeichnen sich im Allgemeinen durch ihre geringe Größe aus. Es ist falsch, darin eine Ärmlichkeit zu sehen. Es handelt sich fast ausschließlich um Kompositwerkzeuge, die einen hohen technischen Entwicklungsstand bezeugen. Die Ausbeute der Rohmaterialien konnte dadurch um ein Vielfaches gesteigert werden. Gelegentlich wird vermutet, dass die geschlossene Vegetationsdecke die Suche nach Feuerstein erschwerte. Betrachtet man jedoch die hohe Mobilität, so ist ein anderer Gedanke viel einleuchtender. Durch die hoch entwickelte Komposittechnik war deutlich weniger Rohstoff notwendig. Die Gruppe musste nicht kiloschwere Steine mit sich führen, dadurch blieb die Mobilität gewahrt. Durch die keinen Abmessungen der Werkzeuge waren auch die Maaseier, die von vorhergehenden und nachfolgenden Kulturen kaum als Rohmateriallieferant beachtet wurden, als Rohmaterial geeignet.23 Neben einem gewissen Prozentsatz weiter entfernt liegender Rohstoffe wurden hauptsächlich lokale Rohmaterialien verwendet, am linken Niederrhein sind dies vor allem die Maasschotter, die an verschiedenen Aufschlüssen wie Wurm– und Rurtal, verfügbar waren. Die schon im Jungpaläolithikum vereinzelt auftretenden Mikrolithen erfuhren im Mesolithikum eine nie wieder erreichte Beliebtheit. Die Mikrolithen dienten als Pfeilbewehrung, sie wurden als Spitze und seitlich eingeklebte Widerhaken verwendet. Eine teilweise erhaltene Schäftung ist hier zu sehen, eine andere Schäftung hier. Die Entwicklung der Mikrolithentypen und die verwendeten Rohmaterialien ermöglichen eine Datierung der Funde. Kerbreste sind ebenfalls typisch für das Mesolithikum, kommen aber nicht bei jeder Gruppe vor. Kratzer in verschiedenen Ausführungen sind wichtige Werkzeuge. Bohrer sind nicht so häufig, auch Stichel und ausgesplitterte Stücke sind seltener. Ebenso sind Kanten-, Endretuschen und gekerbte Stücke untypisch. Kernbeile sind in dieser Region selten, treten aber vereinzelt auf. Die Klingen sind häufig sehr schmal, selten länger als 45 mm. Diese schmalen Klingen werden auch Lamellen oder Mikroklingen genannt, wenn die Breite unter 10 mm liegt. Die Unterscheidung von Klinge und Lamelle/Mikroklinge anhand der Breite ist eine willkürlich gezogene Grenze. Eine unsinnige Unterscheidung, handelt es sich doch um dieselbe Grundform. Eine Beschreibung der Klingen als klein dimensioniert trifft hier besser zu. Die Kerne haben oft eine oder zwei Abbauflächen und eine oder zwei Abbaurichtungen. Häufig sind sie zwischen 25 und 45 mm lang, 15 bis 35 mm breit und 10 bis 25 mm dick. Der Längen-Breiten-Index liegt zwischen 2:1 und 1:1. Es handelt sich also um recht kleine Kerne,24 die oft bis auf winzige Reste abgearbeitet wurden.
Organische Artefakte
Neben den Steinwerkzeugen nutzten die Mesolithiker Werkzeuge aus organischen Stoffen; als Vergleich Bilder aus verschiedenen Epochen. Diese sind meist vergangen. Um so erfreulicher sind die Funde aus den Seeuferbereichen von Hohen Viecheln und Friesack. Der englische Fundplatz Star Carr muss hier ebenfalls genannt werden. Durch diese Funde entsteht ein echtes Lebensbild des Mesolithikums, es wird deutlich, dass die Steinartefakte nur ein kleiner Bestandteil des Gerätespektrums sind und für sich allein betrachtet ein Zerrbild erzeugen. Die Fundstelle Ueckermünder Heide lieferte u.a. den Nachweis einer Flöte. Die Mesolithiker fertigten aus Knochen Geschossspitzen, Harpunen, Dolche, Pfrieme, Hacken, Meißel und gelochte Schmuckplättchen. Aus Elch– und Hirschgeweih, teils geschäftet, wurden Hacken, Beilklingen und Steinbeilfassungen gefunden. Die Holzfunde bestanden aus Speeren, Pfeilen und Bögen, Grabstöcken und Paddelbruchstücken, die zu an anderen Orten gefundenen Einbäumen gehören. Pflanzenfasern wie Baumbast wurde zu gedrehten und geflochtenen Schnüren und Stricken verarbeitet. Netze für den Fischfang liegen fragmentarisch in geknoteter und ungeknoteter Machart vor. Netzschwimmer aus Kieferrinde sorgten für Auftrieb. Von anderen Fundstellen sind Fischreusen (Nachbau) aus Hasel– und Weidenruten bekannt, auch beinerne Angelhaken wurden gefunden. Zum Fischfang allgemein. Erst die Funde dieser verschiedensten Fischfanggeräte zeigen deutlich, wie hoch entwickelt der Fischfang mit Angel, Aalstecher, Netz, Fischzaun und Reuse war. Die Beilklingen aus Geweih und die Knochenmeißel lösen die Frage nach den Holzbearbeitungsgeräten, die in Stein nur selten nachgewiesen sind, Kernbeile, und in der hiesigen Gegend sehr selten sind.25 Hier noch eine quergeschäftete Klinge der Ertebölle-Kultur mit erhaltenem Griff.
Rohmaterialien
In mesolithischen Inventaren treten lokale, weiter entfernt und weit entfernt anstehende Rohmaterialien auf. Dabei ist zu beobachten, dass Rohmaterial in großen Mengen (bis 90%) etwa 30–35 km weit mitgeführt wurde. Nur etwa 10% wurde aus größeren Entfernungen herbeigeführt. Das gilt insbesondere für den Wommersom-Quarzit.26 An dieser Stelle wird auf Fundstellen in Mönchengladbach Bezug genommen:
Zu den lokalen Rohstoffen zählen Maasschotter– und Maaseierfeuerstein. Maasschotterfeuerstein ist in der älteren Hauptterrasse enthalten. Diese ist jedoch von der Jüngeren, feuersteinfreien und Lösspaketen bedeckt. Damit war der Maasschotterfeuerstein nur an Aufschlüssen erreichbar. Dazu zählt das tief eingeschnittene Tal der Wurm, sowie Verwerfungen, beispielsweise die Rurrandverwerfung zwischen Baal und Jülich. Hingegen sind Maaseier in allen Terrassen enthalten und sind überall dort verfügbar, wo der Löss erodiert ist.
Zu den näheren Rohstoffquellen zählt der Limburger-Kreideflint. Dieser steht im Deutsch-Niederländisch-Belgischen Länderdreieck an. Es werden verschiedene Arten unterschieden. Lousberg–, Rijckholt-, Simpelveld-, Valkenburg-, Vetschaufeuerstein. Anhand von Schlagabfällen kann gefolgert werden, dass meist Kerne oder Rohstücke mitgeführt wurden, die Werkzeugherstellung fand am Wohnplatz statt.27
Die entfernter liegenden Lagerstätten sind Wommersom, eine Quarzitlagerstätte, ca 100 km von Mönchengladbach entfernt; Obourgflint aus Belgien, ca 180 km weit entfernt; baltischer Flint aus dem Geschiebe, 50 km und mehr von hier entfernt. Wommersomquarzit wurde verstärkt im Spätmesolithikum genutzt, hier wird ein etappenweiser Fernhandel angenommen, wie auch bei den Mittelmeerschnecken in Süddeutschland, die als Schmuckstücke teils 800 km weit gehandelt wurden. Wommersomquarzit ist hier häufiger mit Fertigprodukten vertreten28, teilweise wurden importierte Klingen hier weiter verarbeitet.
Links
Zum Ausklang des Mesolithikums, PDF: Le Mésolithique du bassin de l’Ourthe (Belgique): implantation dans le paysage et néolithisation
- W. Traute u. Müller-Beck, Eishöhlen im Lonetal, 2. Aufl., Stuttgart 1985, S. 151 ↩
- G. Bosinski, Paläolithikum und Mesolithikum im Rheinland, in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 151 ↩
- Jürgen Thissen, Fund und Deutung — Neuere archäologische Forschungen im Kreis Neuss, in Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss 5, Neuss 1994, S. 38 ↩
- W. Traute u. Müller-Beck, 1985, S. 154 ↩
- Jürgen Thissen, Fund und Deutung, S. 38; Arora, Mesolithische Fundplätze und Funde im ehemaligen Kreis Erkelenz, in Archäologie im Kreis Heinsberg II, Geilenkirchen 1995, S. 236 ↩
- Bollongino/Burger/Haak, DNA-Untersuchungen bei Menschen und Rindern, in AiD, 2006, Heft 3, S. 24 ↩
- Detlef Gronenborn, Letzte Jäger-erste Bauern, in AiD, 2006, Heft 3, S. 18 ↩
- Arora, Mesolithische Fundplätze und Funde im ehemaligen Kreis Erkelenz, in Archäologie im Kreis Heinsberg II, 1995, Geilenkirchen, S. 240 ↩
- Arora, 1995, S. 237 ↩
- Martin Heinen/Willy Schol, Die urgeschichtliche Besiedlung des Mönchengladbacher Raumes, in Loca Desiderata, Band 1, Köln, 1994, S. 147 ↩
- G. Bosinski, Urgeschichte am Rhein, Tübingen,2008, S. 455; Martin Heinen, Der spätpaläolithisch-mesolithische Oberflächenfundplatz “Ueddinger Broich”, Gemeinde Korschenbroich, Kreis Neuss, in Archäologisches Korrespondenzblatt 20, 1990, Heft 1, S. 17 ↩
- Arora, 1995, S. 238 ↩
- Martin Heinen/Willy Schol, 1994, S. 149 ↩
- Arora, 1995, S. 237 ↩
- David Wigg-Wolf, Ältestes Haus Britanniens, in AiD, 2010, Heft 6, S. 74 ↩
- Arora, 1995, S. 239 ↩
- G. Bosinski, 2008, S. 440 ↩
- Arora, 1995, S. 239 ↩
- M. Baales, Mesolithische Gravierung auf Feuersteinkern, in AiD, 2009, Heft 5, S. 57 ↩
- Ingrid Koch/Jürgen Weiner, Rätselhafte Ritzungen, in AiD, 2006, Heft 3, S. 48f ↩
- skeptisch Martin Street/Michael Baales, Bedburg-Königshoven, Erftkreis, Frühmesolithischer Fundplatz, In Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 303f ↩
- Gerhard Bosinski in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S. 156 ↩
- G. Bosinski, 2008, S. 455 ↩
- Arora, 1995, S. 242ff ↩
- G. Bosinski, 2008, S. 476 ↩
- Arora, Die unterschiedlichen Steinmaterialien im Neolithikum (Anm Druckfehler: Mesolithikum) des Niederrheingebietes, in 5000 Jahre Feuersteinbergbau, Bochum, 1980, S. 251 ↩
- Arora, 1980, S. 256 ↩
- Arora, 1980, S. 256 ↩

