Höhlenkunst

Malerei, Relief, Ritzung, Wikimedia v.l.n.r.  Herique Matos, World Imiaging, Cro-Magnon peoples

Malerei, Relief, Ritzung, nach Wikimedia v.l.n.r. Herique Matos, World Imiaging, Cro-Magnon peoples

Anmerkung: Höhlenmenschen hat es nie gegeben, Höhlen dienten allenfalls kurzfristigen Aufenthalten, dabei wurde in der Regel nur der Eingangsbereich der Höhlen genutzt. Bestattungen in Höhlen hingegen sind seit dem Mittelpaläolithikum bis über das Neolithikum hinaus bekannt.

Im Jungpaläolithikum blühte die Kunst; Bilder, Ritzungen und plastische Halbreliefs in Höhlen sind eng mit dem Jungpaläolithikum verknüpft, in späteren Zeiten nahm ihre Qualität deutlich ab. Die Darstellungen dienten nicht zur Verschönerung der Höhlen, sondern hatten eine tiefer gehende Bedeutung. Einige Malereien befinden sich an schlecht zugänglichen Stellen, teilweise müssen sie mithilfe von Gerüsten angefertigt worden sein. In vielen Höhlen fanden sich teils verzierte Fettlampen, die den Höhlenkünstlern als Beleuchtung dienten. → Höhlenmalerei → Lampen

Fettlampe, Lascaux, nach Wikimedia Sémhur

Fettlampe, Lascaux, nach Wikimedia Sémhur

Vorrangig wurden Tiere dargestellt, als Einzel- oder Gruppendarstellung, oft hintereinander gestaffelt. Vielfach wurden Malereien wiederholt übermalt; daraus lässt sich ableiten, dass nicht das Bild selbst, sondern die Anfertigung desselben von besonderer Bedeutung war.

Deckengemälde Altamira, nach Breuil/Obermaier, 1935

Deckengemälde Altamira, nach Breuil/Obermaier, 1935

Einerseits wurden jagdbare Tiere, andererseits auch Nahrungskonkurrenten, wie Raubkatzen, dargestellt. Neben einfachen Tierdarstellungen wurden auch Jagdszenen und von Projektilen getroffene Tiere abgebildet. Insofern ist dort ein klarer Bezug zur Jagd gegeben.

Hirsch, Peña de Candamo, nach E. Hernández-Pacheco, 1919, Quelle www.praehistorische-archaeologie.de

Hirsch, Peña de Candamo, nach E. Hernández-Pacheco, 1919, Quelle www.praehistorische-archaeologie.de

Ein anderes, selteneres Sujet sind Menschendarstellungen. Teilweise wurden sie in Jagdszenen dargestellt, teilweise handelte es sich um Einzeldarstellungen. Das Spektrum reicht von Ganzkörperdarstellungen über Gesichter und Handumrisse bis hin zu Vulven. Eine besondere Stellung nehmen Mischwesen ein, Dabei handelt es sich entweder um Jäger, die sich auf der Jagd in Tierfelle zu Tarnzwecken hüllten oder sogenannte „Schamanen“.

Hand, Pech Merl; Mischwesen, Le Gabillou, nach Wikimedia Locutus Borg

Hand, Pech Merl; Mischwesen, Le Gabillou, nach Wikimedia Locutus Borg

Eine sichere Deutung ist kaum möglich. Die Tierdarstellungen und Jagdszenen werden oft als Jagdzauber interpretiert. Es wird für möglich gehalten, dass die dargestellten Tiere symbolisch gejagt wurden. Ein Hinweis auf eine solch symbolische Jagd liefern die Bisons aus dem Tuc d`Audoubert. Die aus Lehm modellierten Bisons wurden mit Lehmkügelchen beworfen, offenbar um eine Jagd nachzustellen.

Lehmplastiken Bisons, Tuc d´Audoubert, nach Wikimedia HTO

Lehmplastiken Bisons, Tuc d´Audoubert, nach Wikimedia HTO

Mehrfach wurden auch einfache, in den Lehmboden der Höhlen gezeichnete Tierdarstellungen gefunden. Diese zeigen „Wunden“, die vermutlich von Stöcken stammen, mit denen auf das Abbild eingestochen wurde. Beispielhaft ein Bison mit Körperwunden aus der Höhle Niaux, nach J. Jelinek, Das große Bilderlexikon des Menschen in der Vorzeit, Prag, 1972, S. 328, Abb. 517.

Bison mit Wunden, nach J. Jelinek, 1972

Bison mit Wunden, nach J. Jelinek, 1972