Stichellamelle, sekundär

Epoche

vermutlich Spätpaläolithikum

Foto

Stichellamelle

Maße, Gewicht, Material

Länge 32 mm, Breite 4 mm, Dicke 5 mm, Gewicht 0,8 Gramm, Feuerstein

Beschreibung

Bei diesem Artefakt handelt es sich um eine sekundäre Stichellamelle. Die Dorsalseite zeigt das Negativ eines vorangegangenen Stichelschlages. Die Lateralkanten werden durch die Dorsal- und Ventralseiten der Grundform gebildet. Der Querschnitt ist rechteckig, annähernd quadratisch. Primäre Stichellamelle hingegen besitzen einen dreieckigen Querschnitt. Diese Stichellamelle stammt von einem sogenannten Durchschlagstichel. Bei diesen Sticheln wurde keine Stoppkerbe angelegt, die die Länge der Stichelbahn begrenzt. Durchschlagstichel kommen im Spätpaläolithikum häufiger als im Mesolithikum vor, dies wurde bei der Datierung berücksichtigt.

Stichellamellen werden auch als Stichelabfall bezeichnet, diese Bezeichnung ist unglücklich, denn sie impliziert, dass Stichellamellen nicht weiter genutzt wurden. Hingegen zeigen jungpaläolithische Stichellamellen oft intentionelle Bearbeitungsspuren. Sie wurden häufig zu kleinen Bohrern weiterverarbeitet und waren eher Zielprodukt als Abfall.

Fundgebiet

Sandige Erhebung, Donk, im Bereich der Niers im westlichen Stadtgebiet von Mönchengladbach.

Beifunde

Die Fundstelle liefert spätpaläolithische und spätmesolithische Funde, verschiedene Fundkonzentrationen sind auszumachen, teilweise sind sie überlagert.