Stichel an schräger Endretusche, Jungpaläolithikum | Steinzeit & Co

Stichel an schräger Endretusche, Jungpaläolithikum

Epoche

Altsteinzeit – Jungpaläolithikum

Foto

Stichel an schräger Endretusche

Stichel an schräger Endretusche

Maße, Gewicht, Material

Länge 45 mm, Breite 20 mm, Dicke 5 mm, Gewicht 6,5 Gramm, Feuerstein patiniert

Beschreibung

Es handelt sich um einen Stichel an schräger Endretusche, gefertigt aus einer leicht gebogenen Klinge. Der Stichelschlag erfolgte vom Distalende aus und erstreckt sich etwa über ein Drittel der Lateralkante. Der proximale Bereich der Lateralkante ist unbearbeitet und bildet eine scharfe Schneide. Der mittlere Bereich der Lateralkante ist retuschiert. Da die Retusche in die Stichelbahn greift und die Negative nicht durch den Stichelschlag gekappt wurden, muss die Retusche erst nach dem Stichelschlag angelegt worden sein. Da es sich um eine steile Retusche handelt, kann es sich nur um eine Begradigung der Kante handeln.

Auffällig ist die Bulbusreduktion und die dorsale Retusche des Proximalendes. Es hat den Anschein, als sei dieser Bereich zu Schäftungszwecken reduziert worden. Gebrauchspurenanalysen mehrerer Vachonsstichel des Aurignacien ergaben die Verwendung als Projektilspitzen. (Vor­trag Prof. Alfred Paw­lak, zur mikro­sko­pi­schen Gebrauchs­spu­ren­ana­lyse an Stein­ge­rä­ten, 12.10.2011, Lan­des­mu­seum Bonn.) Das hier vorliegende Stück entspricht aber nicht den untersuchten Stücken in Bezug auf den Verlauf der Stichelbahn und den Winkel der Retusche. Deshalb kann lediglich von Schäftungshinweisen ausgegangen werden.

Fundgebiet

Geländesporn bei Brüggen, Kreis Viersen.

Beifunde

Einzelfund, evtl ergeben weitere Begehungen neue Erkenntnisse.