Spitznackiges Beilbruchstück

Epoche

Jungsteinzeit – Neolithikum – vermutlich Jungneolithikum

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Spitznackiges Beilbruchstück

Maße, Gewicht, Material

Länge 117 mm, Breite 57 mm, Dicke 33 mm, Gewicht 233,7 Gramm, Rijckholt Feuerstein

Beschreibung

Es handelt sich um das Nackenbruchstück einer großen Beilklinge. Aus der vorhandenen Umrissform und der Dicke kann auf eine ursprüngliche Länge von etwa 20 cm geschlossen werden. Das Beilbruchstück ist allseitig überschliffen, die Negative der Zurichtung sind nur noch rudimentär vorhanden. Etwa 6 cm vom Nackenende zeigen einige Negativflächen Polituren.

Llinks Politur, rechts ohne

Llinks Politur, rechts ohne Politur

Diese Polituren wurden durch die Schäftung verursacht. Das flexible Holz schmiegte sich auch im Bereich der zurückspringenden Negativflächen an den Beilkörper an. Beim Arbeitseinsatz kam es zu minimalen Bewegungen der Klinge im Beilholm, die Reibung führte zum Schäftungsglanz.  So lässt sich rekonstruieren, dass die Klinge in einem Holm mit Durchgangsloch steckte und der Nacken etwa 6 cm nach hinten vorstand.

Schäftung

Rijckholt Feuerstein wurde im Jungneolithikum bergmännisch genutzt, dementsprechend lagen große Rohstücke vor, aus denen große Geräte gefertigt werden können. Im nachfolgenden Spät- und Endneolithikum wurden überwiegend Lousberg und Valkenburg Feuerstein für Beilklingen genutzt, Rijckholt Feuerstein wurde überwiegend den Schottern entnommen. Aus diesen materialbezogenen Hinweisen könnte die Beilklinge der Michelsberger Kultur zugesprochen werden. Die spitznackige Form galt früher ebenfalls als Hinweis auf die Michelsberger Kultur, mittlerweile gelten Beilklingen im Rheinland als nicht sicher chronologisierbar.

Fundgebiet

Leichte Hanglage in Bachnähe, Stadt Linnich, Kreis Düren, NRW.

Beifunde

Zahlreiche ins ältere Neolithikum datierende Funde passen nicht zur Zeitstellung der Beilklinge.