Spandolchfragment, Grand Pressigny Feuerstein

Epoche

Jung­stein­zeit – Spätneo­li­thi­kum – Rheinische Becherkulturen

Foto

Spandolchfragment

Maße, Gewicht, Material

Länge 68 mm, Breite 34 mm, Dicke 12 mm, Gewicht 32,2 Gramm, Grand Pressigny Feuerstein

Beschreibung

Es handelt sich um ein mediales Bruchstück eines Spandolches. Diese Spandolche sind typische Beigaben in Männergräbern.1 Während in Süddeutschland oft Kupferdolche beigegeben wurden, überwiegen in Mittel- und Norddeutschland die Grand Pressigny Dolche.2 Diese wurden aus Großklingen gefertigt und aus dem westlichen Mittelfrankreich importiert. Die Herstellung dieser Großklingen war sehr aufwendig. Nur von speziell präparierten Kernsteinen, Livres de Beurre, konnten einige Klingen geschlagen werden, nach jeder Serie musste der Kern erneut präpariert werden. Das hier vorliegende Klingenbruchstück weist rechtslateral noch Spuren dieser Zurichtung auf, drei seitlich geschlagene Negative reichen bis zum Grat.

Es ist zu vermuten, dass durch die Farbe des Feuersteins die wertvollen Kupferklingen imitiert werden sollten.

Fundgebiet

Es handelt sich um eine kleine Erhebung am Stadtrand von Wegberg, Kreis Heinsberg.

Beifunde

In der Umgebung finden sich neolithisch anmutende Einzelfunde in weiträumiger Streuung. Sichere Hinweise auf eine Siedlungsstelle fehlen.

  1. Martin Heinen/Willy Schol, Die urgeschichtliche Besiedlung des Mönchengladbacher Raumes, in Loca Desiderata, Köln 1994, S. 188
  2. Zimmermann/Meurers-Balke/Kalis, Das Neolithikum, in Urgeschichte im Rheinland, Köln, 2006, S.196