Schmalhohe Dechselklinge

Epoche

Jungsteinzeit- Altneolithikum – Bandkeramik

Foto

Schmalhohe Dechselklinge, Bandkeramik

Schmalhohe Dechselklinge, Bandkeramik

Maße, Gewicht, Material

Länge 56 mm, Breite 15 mm, Dicke 10 mm, Gewicht 17 Gramm, Amphibolit/Hornblendeschiefer

Beschrei­bung

Dechselklingen sind asymmetrische Steinbeilklingen mit D-förmigem Querschnitt, sie sind Bestandteile von Querbeilen. Die Klinge wurden quer zum Schaft in einen Knieholm geschäftet. Es werden zwei Typen unterschieden: schmalhoch und breitflach. Die Geräte treten erstmals mit der Bandkeramik auf und sind Leittypen dieser Kultur. Im Mittelneolithikum treten auch durchbohrte Formen auf, die meist als durchbohrte Schuhleistenkeile bezeichnet werden.

Bei der Klinge handelt es sich um eine typische schmalhohe Dechselklinge mit aufgewippter Schneide. Das verwendete Material, → Amphibolit, ist der meist genutzte und sehr weit verbreitete Rohstoff für diese bandkeramischen Geräte. Ein ausgedehntes Tauschnetzwerk sorgte für die Distribution dieser Klingen.

Experimente ergaben, dass breitflache Dechselklingen sich wegen erhöhter Bruchgefahr nicht für Fällarbeiten eignen, wohl aber zum Glätten von Bohlen und Balken. Die Köpfe bandkeramischer Brunnenbohlen zeigen oft deutliche Spuren der Zurichtung, diese stammen von schmalhohen Dechselklingen. Besonders kleine Dechselklingen wurden möglicherweise auch als Stechbeitel verwendet.

Fund­ge­biet

Die Fundstelle liegt bei Bibergau, Landkreis Kitzingen, Unterfranken.

Bei­funde

Gefunden auf einer Bandkeramischen Siedlung, die auch Funde aus dem Mittelneolithikum und der Eisenzeit liefert.