Retuscheur mit Ambossfunktion

Epoche

Jungsteinzeit- älteres Neolithikum

Foto

Überwiegend passiv genutzter Retuscheur

Überwiegend passiv genutzter Retuscheur

Maße, Gewicht, Material

Durchmesser etwa 72 mm, Gewicht 78 Gramm, Tonschiefer

Beschrei­bung

Dieser Retuscheur trägt randlich an der Kante einige Narbenfelder, die auf die Verwendung als Retuscheur hinweisen. Sie sind allerdings nicht stark ausgeprägt und zeugen von einer nur sporadischen Nutzung.

Beide Flächen hingegen zeigen mittig starke Nutzungsspuren. Sie weisen das Stück als Amboss oder Unterlage bzw passiven Retuscheur aus. Solche Spuren können enstehen, wenn Kerne bei der Zerlegung auf der Unterlage aufgesetzt werden oder das zu retuschierende Stück kräftig auf die Unterlage gedrückt wird, sodass kleine Retuschen entstehen.

Narbenfeld medial

Narbenfeld medial

Es ist nicht auszuschließen, dass die medialen Narben von einem ausgesplitterten Stück stammen können. Dieses wird als Meißel auf ein zu spaltendes Material aufgesetzt. Ist der Schlag kräftig genug, kann der Meißel das Material durchtrennen und auf der Unterlage Spuren hinterlassen.

Fund­be­schrei­bun­gen wei­te­rer Retuscheure

Ar­ti­kel: Retuscheure

Fund­ge­biet

Bibergau, Kreis Würzburg

Bei­funde

Der Platz liefert überwiegend Artefakte der Bandkeramik, Dechselklingen, Hornsteinartefakte und Keramik. Es ist auch in geringerem Umfang Keramik des mittleren Neolithikums zu finden.