Retuscheur aus Schieferbeilklinge

Sammlung Uli Leeser

Sammlung Uli Leeser

Epoche

Jungsteinzeit – Neolithikum

Ansichten

Maße, Gewicht, Material

Länge 79 mm, Breite 49 mm, Dicke 17 mm, Gewicht 87,5 Gramm, Tonschiefer

Beschreibung

Die Beilklinge wurde aus einem Schiefergeröll gefertigt. Die Lateralkanten sind nur leicht überschliffen, zum Nacken hin ist der Schliff intensiver und bildet dort eine bis zu 6 mm breite Facette. Die Breitseiten sind unmodifiziert und zeigen die natürliche Grölloberfläche. Lediglich der Schneidenbereich weist längs und quer laufende Schliffspuren auf.

Schneide

Vermutlich führte die tiefe Delle in der Nähe der Schneide in Verbindung mit der weitgehenden Abarbeitung der Beilklinge zur Aufgabe. Das Stück wurde jedoch nicht verworfen, sondern sekundär mit anderer Funktion verwendet. Der Beilnacken weist auf beiden Breitseiten ein Narbenfeld auf. Die Narbenfelder sind medial quer bis dextrolateral orientiert. Es handelt sich dabei um Gebrauchsspuren, die bei der Verwendung der Beilklinge als Retuscheur entstanden sind. Die folgende Falschfarbenaufnahme zeigt insbesondere im rechten, kantennahen Bereich typische, längliche Narben.

Narben

Fundbeschreibungen weiterer Retuscheure

Artikel: Re­tu­scheure

Fundgebiet

Hochfläche in Gewässernähe, Jülich, Kreis Düren.

Beifunde

Die Fundstelle liefert neben mittelpaläolithischen Funden hauptsächlich bandkeramische Funde, vermischt mit Streufunden der Michelsberger Kultur.