Miniaturkratzer

Kratzer, Größenvergleich

Epoche

Jungsteinzeit – Spätneolithikum

Ansichten

Miniaturkratzer

Maße, Gewicht, Material

Länge 15 mm, Breite 14 mm, Dicke 4 mm, Gewicht 0,8 Gramm, vermutlich Schotterfeuerstein

Beschreibung

Dieses Artefakt ist ein Kratzer mit konvexer Kratzerstirn und retuschierten Lateralkanten. Der Schlagflächenrest bzw das Proximalende ist unmodifiziert. Die geringe Größe, kleiner als 1 Cent, ist in mittelneolithischen Inventaren nicht ungewöhnlich. Modderman bezeichnet diesen Kratzertyp als Scheibenkratzer bzw Mikro- Scheibenkratzer.1 Eine solche Miniaturform wird höchstwahrscheinlich geschäftet als Werkzeug genutzt worden sein. Mit Materialmangel kann die geringe Größe nicht erklärt werden, da bedeutend größere Abschläge der Fundstelle nicht modifiziert wurden, die geringe Größe war anscheinend beabsichtigt. Das deutet an, dass es sich um ein Werkzeug für Spezialaufgaben handelt, die mit Kratzern üblicher Größe nicht durchführbar waren.

Fundgebiet

Lössebene im südlichen Stadtgebiet von Erkelenz, Kreis Heinsberg.

Beifunde

Bisher keine Leitformen, die Fundstelle ist nur als allgemein neolithisch ansprechbar.

  1. H. M. E. van Haaren/P. J. R. Modderman, Ein mittelneolithischer Fundort unter Koningsbosch, prov. Limburg,  Analecta praehistorica Leidensia, Band 6, Leiden 1973, S. 25ff, Anm: Mittelneolithikum in den Niederlanden entspricht hier dem Spätneolithikum