Lateralretuschierte Klinge

Epoche

Jungsteinzeit – Jungneolithikum – Michelsberg

Foto

Lateralretuschierte Klinge, Michelsberger Kultur

Lateralretuschierte Klinge, Michelsberger Kultur

Maße, Gewicht, Material

Länge 106 mm, Breite 53 mm, Dicke 20 mm, Gewicht 100,8 Gramm, Rijckholt Feuerstein

Beschrei­bung

Beide Lateralkanten dieser Klinge weisen Retuschen auf, die sich deutlich in ihrer Ausführung voneinander unterscheiden. Eine sorgfältig ausgeführte, bogenförmige Retusche bildet eine geschwungene Schneide. Die gegenüber liegende Lateralretusche ist grob ausgeführt, sie dient der Begradigung des Rückens. Der Bulbus wurde wohl aus dem gleichen Grund reduziert. Die Ausführung der Rückenretusche spricht gegen eine Arbeitskante, vermutlich handelt es sich um eine Schäftungsretusche. Aller Wahrscheinlichkeit war das Artefakt am Rücken geschäftet und hatte eine Messerfunktion.

Das Artefakt fand sich inmitten einer eisenzeitlichen Siedlungsstelle. Vermutlich wurde es von einer nahe gelegenen Michelsberger Siedlungsstelle eingetragen und weiter genutzt. Neben lokalen Rohmaterialien wurden in den Metallzeiten häufig steinzeitliche Artefakte gezielt aufgelesen und weiter- oder umgenutzt.1

Fund­ge­biet

Leichte Lössdecke in Bachnähe, südliches Stadtgebiet von Erkelenz, Kreis Heinsberg.

Bei­funde

Einzelfund dieser Zeitstellung auf einer eisenzeitlichen Fundstelle.

  1. Heiko Hesse, Metallzeitliche Silexartefakte, in Floss (Hrsg.) Steinartefakte vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit, Tübingen 2012, Kerns Verlag, S. 940