Klingenkratzer, Michelsberger Kultur

Epoche

Jungsteinzeit – Jungneolithikum – Michelsberg

Foto

Klingenkratzer, Michelsberger Kultur

Klingenkratzer, Michelsberger Kultur

 

Maße, Gewicht, Material

Länge 105 mm, Breite 42  mm, Dicke 15 mm, Rijckholt Feuerstein

Beschrei­bung

Dieser Klingenkratzer ist durch landwirtschaftiche Geräte im Bereich der Kratzerkappe rezent beschädigt. Dennoch ist die ursprüngliche Form des Funktionsendes deutlich zu erkennen. Die steilen Lateralretuschen gehen ohne Übergang in die Kratzerkappe über. Das ist typisch für jungneolithische Kratzer. Klingenkratzer älterer Zeitstellung haben typischerweise deutliche „Ecken“ zwischen Kratzerkappe und Lateralretusche. Auch die stark konvexe Form der Kappe selbst ist ein typisches Indiz, ebenso wie das verwendete Material, Rijckholt Feuerstein.

Wie auch Beilplanken und große Klingen, wird dieser Klingenkratzer als Import auf den Fundplatz gelangt sein; im Rheinland fehlen in der Regel Hinweise auf eine Fertigung von Großgeräten aus Rijckholt Feuerstein vor Ort.

Fund­ge­biet

Der Klingenkratzer wurde im Bereich einer Hochfläche gefunden, die zu einem nördlich fließenden Gewässer hin stark abfällt.

Bei­funde

Neben einigen kleineren Abschlägen aus Maasschotter Feuerstein wurde eine Spitzklinge und eine typische Michelsberger Pfeilspitze gefunden. Die Fundstelle liegt im Umfeld einer inzwischen überbauten Siedlung der Michelsberger Kultur.