Gepunchter Klingenkern

 Ansicht Klingenkern

Epoche

Jungsteinzeit -Neolithikum – älteres Neolithikum

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Gepunchter Klingenkern

Maße, Gewicht, Material

Länge 70 mm, Breite 80 x87 mm, Gewicht 483,2 Gramm, westischer Feuerstein

Beschreibung

Der Kern ist rundum abgebaut worden und diente der Klingenproduktion. Die Schlagfläche ist nicht glatt, sondern fa­cet­tiert und weist eine inselartige Erhebung auf. Zahlreiche kurze und übers­teilte Ab­schläge, die von der Schlagflächenkante aus geschlagen wurden, überprägen die Schlagfläche.

Schlagfläche

Bei diesen Abschlägen handelt es sich nicht um Zielabschläge; sie dienten einzig und allein der Vorbereitung der jeweiligen Schlagpunkte für die Klingenproduktion. Die Negative dieser Abschläge sollten das präzise Ansetzen eines Punches erleichtern.1 Mehrere Klingenserien wurden so geschlagen, durch immer kleiner werdende Präparationsabschläge entstand die inselartige Erhebung. Das folgende Schema zeigt eine solche Schlagfläche.

Schema

Im Laufe eines weiteren Abbaus des Kerns wäre die Schlagfläche so aufgewölbt, dass der Abbauwinkel zu groß wird. Dann wäre eine Neuanlage der Schlagfläche notwendig geworden. Dazu wird ein Schlag parallel zur Schlagfläche geführt, der eine sogenannte Kernscheibe abtrennt.

Kernscheiben

Der Kern hat eine beachtliche Restgröße und ist noch abbauwürdig. Für das weit von der Rohmaterialquelle liegende Fundgebiet ein ungewöhnlicher Fund, da Klingen in der Regel nicht in den Siedlungen produziert wurden, es wurden anscheinend überwiegend Halbfertigprodukte weiter gegeben. Insofern liegen fast nur als Klopfstein genutzte, weitgehend abgebaute Kerne im Inventar der hiesigen Siedlungen vor.

Fundgebiet

Die Fundortangabe – Nähe Mühlenbach, Mönchengladbach – scheint falsch zu sein, im älteren Neolithikum wurde nur der südliche Stadtbereich besiedelt, da sich dort die Lössflächen befinden, dort fließt jedoch die Niers.

Beifunde

Keine Angaben.

  1. Jür­gen Wei­ner, Klin­gen­er­zeu­gung im Neo­li­thi­kum, in Floss (Hrsg.) Stein­ar­te­fakte vom Alt­pa­läo­li­thi­kum bis in die Neu­zeit, Tü­bin­gen 2012, Kerns Ver­lag, S. 705