Fingerförmiger Feuerschlagstein

Epoche

Jungsteinzeit – vermutlich Michelsberger Kultur

Foto

Fingerförmiger Feuerschlagstein

Maße, Gewicht, Material

Länge 79 mm, Breite 19 mm, Dicke 8 mm, Gewicht 14,9 Gramm, Feuerstein

Beschreibung

Der Feuerschlagstein wurde aus einer kräftigen Klinge hergestellt. Die umlaufenden steilen Retuschen dienten sowohl der Formgebung, als auch dem Schutz der Finger beim Feuerschlagen. Beide Enden zeigen starke Verrundungen, die von der intensiven Benutzung als Feuerschlagstein zeugen.

Breites Ende

Breites Ende

Dieser Feuerschlagstein ragt aus dem normalen Fundstoff heraus. Üblicherweise dienten Kernkantenklingen und ausgediente Werkzeuge als Feuerschlagsteine. Sie wurden in der Regel ohne große Modifikation zweitverwendet. Eine Formgebung, wie bei diesem Stück, fand selten statt. Fingerförmige Feuerschlagsteine kommen gelegentlich in der nordischen Trichterbecher Kultur vor, im Rheinland sind nur wenige solcher Stücke bekannt.

Schmales Ende

Schmales Ende

Feuerschlagsteine dieser Art, mit verrundeten Enden, sind aktiv verwendete Feuerschlagsteine. Mit ihnen wurden streifende Schläge geführt, die von dem Funkenspender – Schwefelkies – kleine Partikel lösten, die durch den Druck und die Reibung sofort oxidierten und zu glühenden Funken wurden.

Weitere Ansichten in starker Vergrößerung: Schmales Ende | Breites Ende

Fundgebiet

Hügelartige Erhöhung auf der Niederterrasse des Rheins entlang der ehemaligen Uferlinie an einem verlandetem Altarm, nahe Köln.

Beifunde

Das Fundspektrum erstreckt sich vom  Neolithikum bis zum Mittelalter. Der Großteil der Funde stammt aus der jungneolithischen Michelsberger Kultur.

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