Doppelstichel

Epoche

Altsteinzeit – Jungpaläolithikum, evtl Magdalénien

Foto

Doppelstichel, vermutlich Magdalénien, Finder Roman Zimprich

Doppelstichel, vermutlich Magdalénien, Finder Roman Zimprich

Maße, Gewicht, Material

Länge 124 mm, Breite 26 mm, Dicke 14 mm; Feuerstein mit Feuchtbodenpatina

Beschrei­bung

Der Stichel ist an einer langen, kräftigen Klinge gefertigt. Das Distalende ist eine natürliche Plattform, von der aus ein Stichelschlag ohne weitere Modifizierung geschlagen wurde. Die Stichelbahn hat eine Länge von gut 5 cm. Gebrauchsspuren sind dort nicht zu erkennen. Ein zweites Negativ vom Distalende her diente wohl eher der Grundformproduktion. Obwohl beide Negative eine stabile, gerade Kante bilden ist der Winkel zu groß, um als Arbeitskante zu fungieren.

Ein weiterer Stichelschlag erfolgte vom Proximalende. Dazu wurde der Schlagflächenrest modifiziert. Das Stück ist am Übergang Schlagflächenrest-Stichelbahn modern beschädigt. Diese Beschädigung führte auch zu einem „rezenten Stichelschlag“, durch den Teile der alten Stichelbahn entfernt wurden. Obwohl Teile der Funktionskante Stichelbahn-Klingennegativ gekappt wurden, sind auf der Ventralfläche noch deutliche Gebrauchsspuren zu erkennen.

Gebrauchsspuren

Gebrauchsspuren

Auf Grund der Größe der Klinge ist eine jungpaläolithische Zeitstellung zu vermuten, da das nachfolgende Spätpaläolithikum und das Mesolithikum deutlich kleinere Geräte verwendeten.

Fund­ge­biet

Der Doppelstichel ist ein Oberflächenfund von einem Geländerücken an einem ehemaligen Rheinlauf, Kleinenbroich, Stadt Neuss, nahe der Stadtgrenze zu Mönchengladbach.

Bei­funde

Der Geländerücken lieferte zahlreiche Funde unterschiedlicher Zeitstellung, häufig aus der Zeit der rheinischen Becherkulturen. Ein mikrolithisches Dreieck zeigt die für das Jungpaläolithikum typische Patina, ein weiterer Mikrolith weist eine weiße Patina auf, die von einer Feuchtbodenpatina überlagert ist.