Beitelklinge (Meißel)

Epoche

Jungsteinzeit – Neolithikum

Foto

Beitel aus Feuerstein

Beitel aus Feuerstein

Maße, Gewicht, Material

Länge 161 mm, Breite 35 mm, Dicke 29 mm, Gewicht 204,9 Gramm, Rijckholtfeuerstein

Beschreibung

Der in der Archäologie gebräuchliche Ausdruck Meißel ist irreführend, da er mit der Steinbearbeitung in Verbindung steht. Der dem Holzhandwerk entnommene Begriff (Stech-)Beitel beschreibt dieses Artefakt treffender, da es höchstwahrscheinlich ausschließlich der Holzbearbeitung diente, Steinbearbeitung kann hier definitiv ausgeschlossen werden.

Diese im Querschnitt dreieckige Beitelklinge trägt an der breiten Lateralkante Kortexreste. Von dieser Seite her betrachtet, erinnert das Stück sehr an die nordischen Beilklingen mit ihrem eckigen Querschnitt. Die andere Lateralkante weicht davon völlig ab, sie ist als Grat ausgebildet. Die ursprüngliche Ausgangsform lässt sich nicht mehr erkennen, da beide Breitseiten komplett durch Abschlagnegative überprägt werden.

Querschitt

Querschitt © Markus Leyens

Das gesamte Stück ist flüchtig, stellenweise intensiver, überschliffen. Im Schneidenbereich trägt auch die breite Lateralkante an erhabenen Stellen Schliff, die gratförmige Lateralkante jedoch nicht.

Schneidenbereich

Schneidenbereich © Markus Leyens

Intensiverer Schliff setzt erst im hinteren Drittel wieder ein. Hier ist neben den Breitseiten auch die gratförmige Lateralkante überschliffen worden, stellenweise glänzen diese Bereiche stark.

Schliff auf gratförmiger Lateralkante

Schliff auf gratförmiger Lateralkante © Markus Leyens

Zusammen mit leichten Polituren auf leicht tiefer liegenden Bereichen weist das auf eine Steckschäftung hin. Ein weiteres Indiz für eine Steckschäftung ist der unbeschädigte Nacken, ohne Schäftung wären dort Zerüttungen zu erwarten.

Unbeschädigter Nacken

Unbeschädigter Nacken © Markus Leyens

Die Ansprache als Beitelklinge beruht nicht nur auf der langgestreckten Form des Artefaktes. Polituren auf tiefer gelegenen Stellen der Breitseiten sind nicht durch Schliff oder Schäftung zu erklären. Sie können nur durch entsprechende Handhabung entstanden sein und würden bei einer Beilklinge fehlen.

Polituren und Schliff

Polituren und Schliff © Markus Leyens

Fundgebiet

Hochfläche, Niederzier, Kreis Düren

Beifunde

Vereinzelte Feuersteinartefakte, die nur allgemein als neolithisch ansprechbar sind. Im weiteren Umfeld befindet sich eine Michelberger Siedlungsstelle, dieser wird der Fund wohl zuzurechnen sein.