Aussergewöhnliche Pfeilspitze

Epoche

Jungsteinzeit – Endneolithikum bis Metallzeiten – Bronzezeit

Foto

Asymmetrische Pfeilspitze, Endneolithikum bis Bronzezeit

Asymmetrische Pfeilspitze, Endneolithikum bis Bronzezeit

Maße, Gewicht, Material

Die Spitzenpartie und die Schaftzunge dieser ungewöhnlichen Pfeilspitze sind vermutlich alt gebrochen. Ansonsten ist sie nicht beschädigt. Die erhaltene Länge ist 25 mm, die Breite 16 mm, die Dicke liegt unter 4 mm. Das Gewicht beträgt 1 Gramm. Der Feuerstein enthält zahlreiche Moostierchen, Bryozoa.

Beschrei­bung

Auffallend ist der extrem lang ausgezogene Flügel. Er ist 10 mm lang, maximal 5mm breit und nur 2 mm stark.  Ein äußerst filigranes und höchst bruchempfindliches Detail, das echtes Können in der Steinbearbeitung voraussetzt. Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass dieser Flügel am Ende eine kleine Stufe aufweist. Es handelt sich dabei nicht um eine moderne oder alte Beschädigung – es ist eine nach ventral und dorsal retuschierte Bucht – eine eindeutige Formgebung.

Langer Flügel

Langer Flügel

 

Der andere Flügel ist deutlich kürzer und zieht lateral in einer Rundung zur Basis hin ein. Er ist nicht gebrochen, sondern eindeutig in dieser Form retuschiert.  Zwischen diesem Flügel und dem Ansatz der Schaftzunge ist die Einbuchtung auch höher ausgeführt als auf der anderen Seite. Die Form des kurzen Flügels entspricht durchaus den üblichen Ausgestaltungen  endneolithischer bis bronzezeitlicher Pfeilspitzen.

Fund­ge­biet

Der Fundort ist eine leichte Geländeerhebung in Bachnähe, Donk, im Kreis Neuss.

Bei­funde

Zahlreiche Keramikbelege der Rheinischen Becherkulturen könnten mit dem Fund in Beziehung stehen, allerdings sind die Steinartefakte meist weniger sorgfältig bearbeitet.