Mammut

Mammutkopf, Bottrup

Mammutschädel, Quadrat Bottrop

Entwicklung und Verbreitung

Die Mammuts entwickelten sich in Afrika.  Älteste Funde des  Mammuthus subplanifrons sind etwa 4,5 Millionen Jahre alt.1 Der Südelefant, auch Urmammut genannt, war die erste Mammutart, die Afrika verließ. Das Verbreitungsgebiet war Asien und Europa, vor 1,5 Millionen Jahren wurde auch Amerika besiedelt, aus ihm gingen das Steppenmammut2 und das amerikanische Präriemammut hervor.3

Aus dem Steppenmammut entwickelte sich vor etwa 800000 bis 600000 Jahren das Wollhaarmammut.4 Vor etwa 300000 bis 250000 Jahren breitete es sich in Asien und Europa aus, früheste Funde datieren in Mitteleuropa in die Saaleeiszeit.5 Mit dem zurückweichenden Eis zog das Wollhaarmammut in kältere Regionen ab. Steppen- und Waldelefant erschienen mit zunehmender Erwärmung. Mit der Weichseleiszeit kehrte das Wollhaarmammut nach Mitteleuropa zurück, gleichzeitig wich der Waldelefant in wärmere Bereiche aus. Gegen 13000 Jahre BC verliess das Wollhaarmammut aufgrund der Erwärmung Europa und zog sich nach Sibirien zurück.6

Verwunderlich sind in diesem Zusammenhang 76 Mammutgravuren auf Schiefer7 und Mammutreste eines adulten Weibchens vom spätmagdalenienzeitlichen Fundplatz Gönnersdorf. Zum Zeitpunkt der Darstellung dürften in Deutschland höchstens vereinzelt Mammuts heimisch gewesen sein. Gegen 10000 BC endet die Spur in Osteuropa, etwa um 9700 in Westsibirien, letzte Populationen überlebten bis etwa vor 3700 Jahren auf der Wrangel-Insel.8

Flashanimation zur Verbreitung des Mammuts mit Fundstellen. Maximale Verbreitung zur Weichseleiszeit

Skelette verschiedener Fundorte

Nur das Mammut von Ahlen ist komplett erhalten, die anderen sind aus mehreren Individuen zusammengesetzt.

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Lebensweise

Das Wollhaarmammut war ein ausgesprochenes Steppentier und ernährte sich überwiegend von Gräsern aber auch sporadisch von Zweigen verschiedener Gehölzpflanzen, was durch die Mageninhalte gefrorener Kadaver aus Sibirien nachgewiesen werden kann.9 Der Wasserbedarf wird auf 70 bis 90 Liter geschätzt,ein Großteil wurde durch die Nahrung aufgenommen. War die Nahrung im Sommer und Herbst sehr trocken, waren die Tiere vermutlich stark an Gewässer gebunden.10 Man geht von Familienverbänden mit maximal 20 Individuen aus. Ausgewachsene Mammuts hatten außer dem Menschen keine Feinde, im Alter von geschätzt 60 bis 65 Jahren starben die Tiere, da ihre letzten Zähne abgekaut waren, sie verhungerten wie heutige Elefanten.11

 Mammut und Mensch

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Mammutjagd12

– Mittelpaläolithikum

Der Nachweis der aktiven Jagd auf das Wollhaarmammut ist bisher noch nicht erbracht, da allenfalls Knochen erhalten sind, diese aber keine Spuren der Jagd tragen. Allerdings kann mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert werden: Die rund 90000 alte Fundschicht A von Königsaue, Sachsen-Anhalt, ergab Reste von mindestens vier jungen Mammuts, vergesellschaftet mit Micoquien-Werkzeugen. Salgitter-Lebenstedt, Niedersachsen, etwa 60000 Jahre, erbrachte Reste von mindestens 16 Mammuts zusammen mit etwa 1000 Feuersteinartefakten. Der Befund von Aloso, Italien, deutet zumindest auf eine Verwertung hin, gefunden wurden Reste einer adulten Mammutkuh zusammen mit 5 Feuersteinartefakten, darunter zwei Levalloisspitzen. Diese könnten Speerspitzen gewesen sein. Aus Sibirien sind etwa 10 weitere mittelpaläolithische Fundstellen bekannt, wo Artefakte und Mammutreste vergesellschaftet sind.

 – Aurignacien

Die Vogelherdhöhle lieferte mehr als 3500 Reste von mindestens 28 Individuen. Neben dem Fleisch wurden auch Knochen und Elfenbein zu Geräten und figürlicher Kleinkunst verarbeitet. Die Istállòskö-Höhle im ungarischen Bükk-Gebirge lieferte einen etwa zeitgleichen Befund.

– Gravettien

Die Fundstelle Krems-Wachtberg, Niederösterreich, lieferte zahlreiche als Beutereste zu interpretierende Knochen mit Schlachtspuren. In Dolní Vestonice, Mähren, wurden auf einer Fläche von etwa 12 mal 45 Metern über 6300 Knochen von mehr als 156 Mammuts gefunden. Ähnliche Befunde gibt es auch von Predmosti und Milovice (beide Mähren).

– Magdalenien

In Mezin, Ukraine, wurden Reste von mehr als 108 Mammutindividuen gefunden, während es in Mezhirich, Ukraine, 110 waren. Beide Fundstellen datieren um 15.000 BP. Beide Fundstellen lieferten darüber hinaus Behausungskarkassen aus Mammutknochen. Solche Behausungen wurden auch in Dobranichevka, Kiev und Kirillovskaja Ulica, alle Ungarn, gefunden. Aus Mezin stammen 5 Hüttengrundrisse. Der besterhaltene Grundriss hatte einen Durchmesser von 5 Metern und wurde aus 14 Schädeln, Lang- und Beckenknochen sowie Schulterblättern und Unterkiefern gebildet. Aus dem nördlichen Sibirien stammen mindestens 10 weitere Fundstellen, an denen Mensch und Wollhaarmammut nachgewiesen sind.

Der oben schon erwähnte Fundplatz Gönnersdorf, Rheinland-Pfalz,  lieferte u. a. Reste eines Wollhaarmammuts. Bedeutend ist noch ein Siedlungsplatz am Ufer des Bjorjoljochs, nur etwa 100 m von dem berühmten und zeitgleichen Mammutfriedhof entfernt, was annehmen lässt, dass die Mitglieder dieser Gruppen diesen Friedhof als Rohstoffquelle nutzten.