Stichelähnliches Pseudoartefakt | Steinzeit & Co

Stichelähnliches Pseudoartefakt

Stichelähnliches Pseu­doar­te­fakt aus dem Stein­bre­cher eines Kieswerkes

Stichelähnliches Pseu­doar­te­fakt aus dem Stein­bre­cher eines Kieswerkes

Vergleichsstück Stichel, Spätpaläolithikum

Vergleichsstück Stichel, Spätpaläolithikum

Das Pseudoartefakt weist zahlreiche Spaltflächen auf, die unterschiedlich gefärbt sind. Teilweise ist eine kräftige Patina vorhanden, teilweise zeigt sich die natürliche Farbe des Feuersteins. Die glatte Spaltfläche, die bei einem Artefakt der Ventralseite  entspräche,  hat die intensivste Färbung und ist somit die älteste Spaltfläche. Auf der anderen Breitseite, die der Dorsalseite eines Artefaktes ähnelt, finden sich unterschiedlich starke Patinaausprägungen, dadurch sind große Unterschiede in der Entstehungszeit der einzelnen Spaltflächen belegt. Teilweise lassen sich die Richtungen der Abhebungen erkennen, sie weisen in verschiedenste Richtungen und lassen kein Abbaukonzept erkennen.

Der als Vergleich herangezogene Stichel hingegen zeigt eine einheitliche Färbung, eine klar nachvollziehbare Grundform und eine eindeutige Modifikation. Die Stichelschläge kreuzen sich und bilden so eine Stichelschneide. Die Schlagrichtung ist in beiden Fällen von der Schmalseite der Klinge Richtung Lateralkante. Damit sind die Kriterien für einen Stichel erfüllt.

Das Pseudoartefakt besitzt ein ähnlich spitz zulaufendes Ende. Allerdings wird diese Spitze von seitlichen Abhebungen geformt. Diese Abhebungen sind keine Stichelschläge, das spitze Ende keine Stichelschneide, die Kriterien für einen Stichel sind nicht erfüllt.

Richtung

Richtung der Stichelschläge und der Abhebungen

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