Einzelfundeinmessung

SuchutensilienBei der Einzelfundeinmessung ist die genaue Zuweisung der Fundkoordinaten zu dem jeweiligen Fundstück unabdingbar. Dazu werden alle Artefakte einzeln mit einem GPS-Gerät als Wegpunkte eingemessen und ebenfalls einzeln in Druckverschlussbeutel eingetütet. Die Beutel werden vor Ort mit der entsprechenden Wegpunktnummer beschriftet.

Die Funde werden einzeln gereinigt und bis zur Beschriftung wieder in den beschrifteten Beuteln aufbewahrt. Die Fundnummern können fortlaufend vergeben werden oder in Bezug zu dem Fundplatz stehen. Die Beschriftung mit einem Zahlenkode, bestehend aus

Gebiet | Parzelle | Individualnummer

ermöglicht es, aus der Beschriftung Informationen zum Fundort zu erhalten.

BeschriftungAnschließend wird das GPS-Gerät am PC ausgelesen und die Daten in eine Excel-Tabelle übertragen. Die Tabelle wird erweitert; neben den individuellen Fundnummern erfolgen weitere Angaben zum Fund. Je differenzierter diese Angaben sind, desto größer sind die Möglichkeiten der Darstellung in einer digitalen Karte. Alternativ können die Daten auch in eine Datenbank übertragen werden.

Bewährt hat sich die Einteilung in Artefaktklasse, -typ, Modifikation, Zeitstellung, Materialklasse, -typ; optional ist eine Zusatzspalte für eine Beschreibung. Um die Eintragungen zu standardisieren, empfiehlt sich die Verwendung von Hilfstabellen. Diese können mit der Eingabetabelle verknüpft werden, dadurch stehen für die jeweiligen Spalten Drop Down Menüs zur Verfügung. So müssen die entsprechenden Begriffe lediglich angeklickt werden, das spart lästiges Tippen.

TabelleMit Hilfe von Filtern können die Datensätze nach verschiedensten Kriterien ausgelesen und in neuen Tabellen im CSV-Format gespeichert werden. Diese Tabellen werden in ein auf dem Rechner installiertes Geoinformationssystem, beispielsweise das kostenlose Quantum-GIS, übertragen.

Mit Hilfe von GIS-Programmen lassen sich digitale Karten darstellen. Die sogenannten WMS-Karten werden von verschiedenen Anbietern auf Server hochgeladen und stehen meist kostenlos zur Verfügung. Neben Satellitenbildern und Landkarten können Zusatzinformationen abgerufen werden, beispielsweise Gewässernetze, Höhenlinien, Schummerungsmodelle, Bodengüte, Hangneigung, Verwaltungsbezirke und –grenzen etc. Die WMS-Karten können gleichzeitig dargestellt werden, durch Änderung der Reihenfolge und Kartentransparenz kann die Darstellung angepasst werden.

Quantum GISDie in das GIS-Programm eingefügten Fundtabellen können so vor einem beliebigen Kartenhintergrund ihrer geografischen Lage entsprechend dargestellt werden. So lässt sich neben der Fundverteilung auch die Lage einzelner Artefakte oder Werkzeugtypen differenziert darstellen. Zusätzlich können Markierungen gesetzt, Textnotizen eingefügt oder Entfernungen ermittelt werden.

Anschließend können die Dateien mit allen Informationen als Projekt o.ä. abgespeichert und erneut abgerufen, weiter bearbeitet oder ergänzt werden.

Anhand der Fundverteilung können Konzentrationen und Verteilungsmuster erkannt werden, Siedlungsstellen oder Lagerplätze können differenziert dargestellt werden. Die an der Ackeroberfläche aufgefundenen Artefakte befinden sich nicht mehr in situ und sind verlagert. Dennoch bleibt ihre Lage zueinander weitgehend erhalten, damit ist allenfalls mit einer leichten Verschiebung in Bezug zur ursprünglichen Lage zu rechnen. Archäologische Grabungen decken sich erstaunlich genau mit der Lage der Oberflächenfunde.

Gelegentlich finden sich auffällige Konzentrationen in Feldrandnähe, diese können oft auf ehemalige Rübenmieten o.ä. zurück geführt werden; ansonsten sind Ausreißer selten.