Beile, Äxte & Co

Beil mit Zwischenfutter

Beilholm mit Zwischenfutter, Quelle: Wikipedia, Bildautor Roland zh

 

Holz war einer der wichtigsten Werkstoffe in allen Epochen der Steinzeit. Für die Holzbearbeitung waren entsprechende Steinwerkzeuge nötig. Solange nur Äste und Stämme mit geringem Durchmesser genutzt wurden, reichte das allgemeine Werkzeugspektrum aus. Erst größer dimensionierte Hölzer für den Bau der mesolithischen Einbäume und der neolithische Hausbau erforderten spezialisierte Holzbearbeitungs-werkzeuge.

Dech­sel– und Beilklin­gen sind Bestand­teile von Kom­po­sitge­rä­ten, erst durch eine Schäf­tung sind sie vollständige Kompositwerk­zeuge,1 entsprechendes gilt für Axtköpfe. Nur vollständige Geräte sind als Dechsel, Beil oder Axt ansprechbar, ohne erhaltene Schäftungen ist diese Ansprache unkorrekt.

Die Archäologie unterscheidet Äxte und Beile. Als Äxte werden geschäftete, durchlochte Steingeräte mit einer oder zwei Schneiden bezeichnet. Beile, direkt oder indirekt geschäftet, sind undurchbohrte Steingeräte mit einer Schneide; die Holme können unterschiedliche Ausführungen haben. Beile werden weiter nach der Stellung der Schneide zum Holm unterteilt. Bei Parallelbeilen verläuft die Schneidenkante in Richtung des Holmes; bei Querbeilen, Dechseln, hingegen ist die Klinge im 90° Winkel zur Längsachse des Holmes geschäftet. → Beil- und Axtschäftungen

Die in der Fachliteratur üblichen Bezeichnungen sind Beil für Parallelbeile und Dechsel für Querbeile. In den meisten Fällen werden diese Bezeichnungen auch verwendet, wenn die Schäftung nicht vorhanden ist, wissenschaftlich korrekt wäre allerdings nur (Parallel-)Beilklinge und Dechselklinge sowie Axtkopf.

Das Thema Äxte, Beile & Co ist in verschiedene Themen aufgeteilt:

→ Holzbearbeitung in der Altsteinzeit

→ Beile und Äxte der Mittelsteinzeit

→ Neolithische Beile und Äxte – Übersicht

→ Neolithische Beile und Äxte – Linkliste

→ Beilklingen des Neolithikums im Rheinland

→ Beilklingen des nordischen Neolithikums

→ Dechselklingen aus dem älteren Neolithikum

→ Grundlegendes zu Dechselklingen

→ Dechselklingen aus Steingrundform

→ Durchlochte Felssteingeräte

→ Beil- und Axtschäftungen

  1. A. Hafner/P. J. Suter, Das Neo­li­thi­kum in der Schweiz, www.jungsteinSITE.de, Arti­kel 27. Novem­ber 2003, S. 12: Ein voll­stän­di­ges neo­li­thi­sches „Stein­beil“ setzt sich aus zwei oder drei Tei­len (Klinge, Zwi­schen­fut­ter, Holm) und aus unter­schied­li­chen Mate­ria­lien (Stein, Hirsch­ge­weih, Holz) zusam­men. Dabei ist die Klinge direkt oder indi­rekt, d.h. mit­tels Hirsch­ge­weih­fas­sung, mit dem Holm ver­bun­den.