Polissoire

Polissoir von Slenaken mit Jürgen Weiner

Polissoir von Slenaken mit Jürgen Weiner

Polissoire sind große Steinblöcke aus Sandstein, Quarzit, Granit, selten auch Feuerstein, die Gewichte von mehreren Tonnen erreichen können. Sie dienten als ortsfeste Schleifsteine für Beilklingen aus Feuerstein – Schleifrillen resultieren aus dem Schliff der Schmalseiten, längliche Mulden aus dem Schliff der Breitseiten.1 Die ortsfesten Polissoire befinden sich nahezu ausschließlich in direkter Nähe zu  einem Gewässer, das Wasser ist beim Schleifen unverzichtbar.

Als po­lis­soirs mo­bi­les werden kleine, transportable Schleifsteine für Beilklingen bezeichnet. Es kann sich um reine Schleifwannen handeln, die ein- oder beidseitig eine Schleifmulde besitzen, häufig finden sich aber zusätzlich im Randbereich längliche Schleifrillen, in denen die Schmalseiten geschliffen wurden. Gelegentlich befinden sich diese Rillen nicht randlich, sondern im Zentrum einer Schleifmulde. Es kommen auch Stücke vor, die lediglich Schleifrillen aufweisen.

Ortsfeste Polissoire

Polissoir Quarz

↑ Abb 1: Polissoir aus Quarz, Les Salles-Lavauguyon, Departement Haute-Vienne, Region Limousin, Frankreich. Frontal sind parallele Schleifrillen zu erkennen, links befinden sich ebenfalls zahlreiche Schleifrillen. Aus der Lage der Schleifrillen kann daraus geschlossen werden, dass der Stein gedreht wurde, als die Rillen zu tief eingeschliffen waren. Verändert nach © Traumrune / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0

Polissoir

↑ Abb 2: Polissoir aus Quarz, Saint-Benoît-sur-Loire, Département Loiret, Region Centre, Frankreich. Der Polissoir besitzt zahlreiche parallele Schleifrillen, die links und rechts von Schleifmulden begleitet werden. Meist verlaufen die Schleifrillen parallel zur Kante, hier liegen sie rechtwinklig zur Länge des Steins. Verändert nach © Xfigpower / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0

Polissoir 2

↑ Abb 3: Polissoir von Ossey-les-Trois-Maisons, Departement Aube, Region Champagne-Ardenne, Frankreich. Bei diesem Polissoir kreuzen sich die Schleifrillen teilweise. Verändert nach © Hg marigny / Wikimedia Commons /GNU Free Documentation License

Polissoir 3↑ Abb 4: Polissoir aus Pouy-sur-Vannes, Departement Aube, Region Champagne-Ardenne, Frankreich. Auf dem Foto ist eine große Schleifmulde und eine wenig eingetiefte Schleifrille zu erkennen. Weiter Schleifrillen befinden sich am oberen rechten Rand. Eine Besonderheit ist das eingetiefte Loch, evtl für einen  Wasservorrat. Verändert nach © Hg marigny / Wikimedia Commons /GNU Free Documentation License

Detail Polissoir

↑ Abb 5: Detail eingetieftes Loch. Verändert nach © Hg marigny / Wikimedia Commons /GNU Free Documentation License

Polissoir 4

↑ Abb 6: Polissoir aus Bois des Tannières, Marcilly-le-Hayer, Departement Aube, Region Champagne-Ardenne, Frankreich. Dieser Polissoir besitzt Schleifrillen und -mulden. Verändert nach © Hg marigny / Wikimedia Commons /GNU Free Documentation License

Polissoir

↑ Abb 7: Detail mit Schleifrillen und Schleifmulde am linken Bildrand. Verändert nach © Hg marigny / Wikimedia Commons /GNU Free Documentation License

Mobile Polissoire

Polissoir↑ Abb 8: Mobiler Polissoir, AO Musée Normandie, Stadt Caen, Departement Calvados, Region Basse-Normandie, Frankreich. Auf dem Foto ist eine seitlich eingetiefte Schleifrille und eine schüsselförmige Mulde auf der Oberseite zu erkennen. Verändert nach © Pascal Radigue / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0

Polissoir↑ Abb 9: Polissoir aus Neuwiller-lès-Saverne, Departement Bas-Rhin, Region Elsass, Frankreich. Der Polissoir aus rotem Sandstein zeigt eine Vielzahl von Schleifrillen, die sich auch in den Bereichen ehemaliger Schleifwannen befinden. Verändert nach © Ji-Elle / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0

Polissoir

↑ Abb 10: Polissoire der neolithischen Siedlung, Cholet, Region Pays de la Loire, Departement Maine-et-Loire, Frankreich. Diese aus Granit bestehenden Polissoire besitzen eine große Schleifmulde, die wiederum Schleifrillen aufweist. Die Schleifrillen befinden sich nicht randlich orientiert, sondern medial orientiert. Verändert nach Baudouin, Le polissoir ou pierre à rainures de la Brélaudière à l’Aiguillon-sur-Vie (Vendée). In: Bulletins de la Société d’anthropologie de Paris, V° Série, tome 3, 1902. pp. 182-205. S. 201, Fig. 8, PDF.

Polissoir↑ Abb 11: Polissoir, AO Grand-Pressigny Musée de la Préhistoire. Das Material dieses Polissoirs ist Feuerstein, Silex de Grand Pressigny.

Video

Wulf Hein scheift eine Beilklinge.