Kern

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    Kerne
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    Verschiedene Abbaustadien
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    Großer Kern, Gewicht 1,1 kg
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    Klingenkern
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    Klingenkerne, pyramidenförmig
 
 
 
 
 

Unter einem Kern ver­steht man ein Roh­stück, das zur Her­stel­lung von Abschlä­gen, Klin­gen oder Lamel­len dient. Ausgangsmaterial kann ein Geröll, Fladen, Knolle oder ein genügend großes Trümmerstück sein. Das Rohstück wird in mehreren Arbeitsschritten für die Grundformproduktion vorbereitet.

Besonders große Ausgangsstücke mussten zerlegt werden. Je nach Größe wurde ein großer Schlagstein genutzt oder ein schwerer Stein wurde auf das Rohstück fallen gelassen. Kleinere Stücke können auch ohne Zerlegung als Kern zugerichtet werden.

neolithikum

Zerlegung

Ein Kern braucht zunächst eine Schlagfläche, von der aus die weitere Bearbeitung und Zerlegung stattfindet. Ist keine natür­li­che Schlag­flä­che vor­han­den, wird eine sol­che durch einen Abschlag ange­legt, han­delt es sich um eine rund­li­che Knolle, spricht man von einem Kap­pen­ab­schlag. Wichtig ist der richtige Abbauwinkel. Dieser beträgt etwa 70° oder weniger zwischen Schlag- und Abbaufläche. Ist der Winkel größer als 70°, so muss er korrigiert werden.

Ist die Schlag­flä­che angelegt, kön­nen je nach Material ohne wei­tere Vor­be­rei­tung Abschläge gewon­nen wer­den. Meist ist jedoch ein „Schälen“ des Kerns üblich und notwendig. Gerölle weisen meist eine stark zerrüttete Oberfläche auf, die für die Grundformproduktion aufgrund vieler Mikrorisse ungeeignet ist. Sie müssen durch kräftige Abschläge solange reduziert werden, bis das homogene Innere erreicht ist. Erst dann können brauchbare Klingen und Abschläge produziert werden. Bei Knollen und Fladen werden zumeist die Kortexreste ebenfalls durch große Abschläge entfernt. Diese Abschläge sind durchaus nutzbar, aus ihnen wurden beispielsweise die großen Abschlagkratzer der Michelsberger Kultur gefertigt. Diese tragen dorsal oft flächendeckend Kortex. Ent­spre­chend geformte Roh­stü­cke, zumeist Trümmer, kön­nen ohne Prä­pa­ra­tion abge­baut wer­den. Seit dem Acheu­léen ist eine Prä­pa­ra­tion der Kerne jedoch in der Regel üblich.

An diese Stelle herz­li­chen Dank an Robert Bollow  für die Geneh­mi­gung, die Bil­der zu bear­bei­ten und einzustellen.