Keilmesser

Keilmesser

Keilmesser, Sammlung Marc Hirt

Keilmesser, eine Faustkeilform mit einer schneidenden Kante und gegenüberliegender natürlich stumpfer oder stumpf behauener Kante. Keilmesser kommen seit dem Acheuleén vor, sind aber charakteristisch für die mitteleuropäischen Keilmessergruppen. Andere Bezeichnungen sind: biface à dos, racloir à dos, Pradnik-Messer, Ciemna-Messer, Faustkeilschaber.
Keilmesser werden nach den Formen ihrer Rücken und Spitzen unterschieden: Balver Keilmesser (mit schrägem Rücken und ansonsten umlaufender bifacieller Bearbeitung), Bocksteinmesser (mit bis zur Spitze durchgehendem Rücken), Buhlener Keilmesser (mit winkligem Rücken), Ciemna-Messer (mit annähernd rechtwinkligem Ende) und Klausennischemesser (mit partiellem Rücken und abgewinkelter bifacieller Spitze).
Neben diesen Formen mit mehr oder weniger geraden Schneiden kommen auch solche mit bogenförmigen Schneiden vor. Vielfach wurden Keilmesser mit Schneidenschlägen in der Pradnik-Schärfungstechnik versehen. Im Verlauf ihrer jeweiligen Benutzung wurden Keilmesser nachgearbeitet und umgestaltet, so dass die zuvor aufgeführten „Typen“ auch zahllose Übergangsformen untereinander bilden können.1

Ausführlich zu den Nachschärfungen der Keilmesser siehe Jöris, PDF, S. 16 ff.

  1. Aus: L. Fiedler, G. Rosendahl, W. Rosendahl, Altsteinzeit von A bis Z, Publikationen des Reiss-Engelhorn-Museum, Band 44, Darmstadt, 2011, S. 177