Beilklingen des nordischen Neolithikums

Chronologie der Beilklingen

Chronologie der Beilklingen des nordischen Neolithikums

1 Spitz­na­ckige Oval­beilklinge, äl­tere TBK 2 Dünn­na­ckige Recht­eck­beilklinge, äl­tere TBK 3 Dick­na­ckige Recht­eck­beilklinge, nur Schneide geschliffen, jün­gere TBK 4 Dicka­ckige Recht­eck­beilklinge, Ein­zel­grab­kul­tur 5 Breit­schnei­dige Recht­eck­beilklinge, Halb­fa­bri­kat un­ge­schlif­fen, Über­gang Endneolithikum/Bronzezeit

Frühe Beilklin­gen der äl­te­ren Trich­ter­be­cher Kul­tur waren spitz­na­ckig und hatten einen ovalen Querschnitt; sie wur­den von den dünn­na­cki­gen Recht­eck­beilklin­gen ab­ge­löst, in der jün­ge­ren Trich­ter­be­cher­kul­tur traten dick­na­ckige Beilklin­gen auf.1

Die dünnnackigen Beilklingen, deren Nacken mehr als 40 mm breit ist und dessen Dicke weniger als 40% seiner Breite beträgt, waren vollständig, allseitig geschliffen.2 Die dick­na­cki­gen Recht­eck­beilklin­gen der jüngeren Trich­ter­be­cher Kul­tur waren weniger sorgfältig geschliffen. Nur die Breitseiten waren geschliffen, gelegentlich auch nur im Schnei­den­be­reich; die Schmal­sei­ten waren fast ausnahmslos unge­schlif­fen. Dünn­blat­tige Dick­na­cken­beilklin­gen sind de­fi­ni­ti­ons­ge­mäß höchs­tens 20 cm lang und ma­xi­mal 2,7 cm dick, der Na­cken ent­spricht dem der dick­blat­ti­gen Beilklin­gen.3 Die Breit­sei­ten sind voll­stän­dig über­schlif­fen, die Schmal­sei­ten wei­sen kei­nen Schliff auf. Das un­ter­schei­det sie von den dünn­blat­ti­gen Beilklin­gen der Ein­zel­grab­kul­tur und Bron­ze­zeit, bei de­nen die Schmal­sei­ten ge­schlif­fen wurden. Zum Ende des End­neo­li­thi­kums ma­chten sich bron­ze­zeit­li­che Ein­flüsse be­merk­bar, aus­ge­stellte Schnei­den der breit­schnei­di­gen Beilklin­gen imi­tie­rten erste Bronzebeilklingen.

Dünn­na­ckige Beilklinge | Dünn­blat­tige Dicknackenbeilklinge | Breit­schnei­dige Beilplanke

Neben den oben beschriebenen Beilklingen hielten sich die mesolithischen Scheibenbeile und Geweihäxte im Norden bis zur Eisenzeit. → Beile und Äxte der Mittelsteinzeit

Ab­bil­dungs­nach­weis: 1–4 ver­än­dert nach Nor­disk fa­mil­je­bok, Zweite Aus­gabe, 1904–1926; 5 nach Lykke Lo­han­sen, in Pe­ter Vang Pe­ter­sen, Flint fra Dan­marks Old­tid, Ko­pen­ha­gen 1999, Abb. 171

  1. Jür­gen Wei­ner, Neo­li­thi­sche Beilklin­gen aus Feu­er­stein, in Floss (Hrsg.) Stein­ar­te­fakte vom Alt­pa­läo­li­thi­kum bis in die Neu­zeit, Tü­bin­gen 2012, Kerns Ver­lag, S. 833
  2. Peter Vang Petersen, Flint fra Danmarks oldtid, Kopenhagen, 1999, S. 105
  3. Pe­ter Vang Pe­ter­sen, 1999, S. 116